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Pay by Bank für Händler: Wie Account-to-Account-Zahlung funktioniert und wer es anbietet

Pay by Bank erklärt: keine Interchange, keine Chargebacks, direkte Kontoverbindung. Welche Anbieter es in DACH unterstützen und wann sich die Integration lohnt.

Von Ulf Mayer 05. September 2026 3 Min. Lesezeit
Smartphone mit Banking-App — Pay by Bank verbindet Käufer- und Händlerkonto direkt

Jede Kreditkartenzahlung nimmt einen Umweg: Käuferbank → Kartennetzwerk → Acquirer-Bank → Händler. Jede Station kostet etwas. Pay by Bank streicht die Zwischenstationen: Geld fließt direkt vom Käufer- zum Händlerkonto. Was in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis ein Flickenteppich aus Anbietern, Kürzeln und unterschiedlicher Reife. Hier die Einordnung, wer was anbietet und wann sich eine Integration lohnt.

Was Pay by Bank technisch bedeutet

Pay by Bank basiert auf PSD2 (Payment Services Directive 2): Banken müssen Drittanbietern per API Zugriff geben, um mit Zustimmung des Kontoinhabers Zahlungen auszulösen. Ein sogenannter Payment Initiation Service Provider (PISP) — etwa Trustly oder Klarna — übernimmt diese Rolle: Der Käufer wird beim Checkout zu seiner eigenen Banking-App oder einem Login-Fenster weitergeleitet, bestätigt die Überweisung, und das Geld geht direkt an den Händler.

Kein Kartennetzwerk, keine Kartendaten, keine Interchange. Technisch ist das seit Jahren möglich — die Gründe, warum Open Banking trotzdem nur langsam an Adoption gewinnt, liegen vor allem an Verbraucher-Gewohnheit und fehlender Terminal-Integration.

Anbieter im DACH-Raum

AnbieterMarktCharakter
TrustlyEU-weit, auch DE/ATReiner A2A-Zahlungsauslöser, stark im E-Commerce-Checkout
Klarna SofortDE, ATEtabliertes A2A-Verfahren, hohe Händlerakzeptanz, aber mit Gebühr
iDEALprimär NL, über Wero-Ökosystem angebunden~95 % Marktdurchdringung in den Niederlanden
WeroDE, FR, BE (wachsend)Bank-getragenes A2A-System, baut Pay-by-Bank für Online-Shops aus
TWINTSchweizDe-facto-Standard für A2A in der Schweiz, auch stationär etabliert

Für Händler mit DACH-Fokus sind Trustly und Klarna Sofort aktuell die praxisreifsten Wege, Pay by Bank im Online-Checkout anzubieten. Wero ist der langfristig interessanteste Kandidat, weil es direkt in die Banking-Apps der großen deutschen Institute integriert ist — aber noch in der Wachstumsphase.

Kosten: günstiger, aber nicht kostenlos

Der strukturelle Vorteil ist real: Ohne Kartennetzwerk entfällt Interchange vollständig. Trotzdem berechnen die meisten Anbieter eine Händlergebühr — sie deckt Risikoprüfung, Rückerstattungsabwicklung und die technische Integration ab.

KreditkarteKlarna SofortTrustlyWero
Interchange0,2–0,3 % + Scheme Feekeinekeinekeine
Typische Händlergebührbis 2,5 % gesamt1,0–1,5 %anbieterabhängig, oft < 1 %noch nicht flächendeckend kommuniziert
Chargeback-Risikojanein (Banküberweisung)neinnein

Kein Chargeback bedeutet zwei Dinge gleichzeitig: weniger Betrugsrisiko für den Händler, aber auch keinen automatischen Rückforderungsweg für den Kunden bei Reklamationen — Erstattungen laufen direkt über den Händler.

Für wen sich Pay by Bank jetzt schon lohnt

Online-Handel mit DACH-Kundschaft: Trustly oder Klarna Sofort als zusätzliche Checkout-Option senkt die Kartenabhängigkeit messbar, besonders bei höheren Warenkörben, wo die prozentuale Ersparnis am stärksten ins Gewicht fällt.

Rechnungsbasierte B2B-Zahlungen: Echtzeitüberweisungen direkt ohne Zahlungsauslöser sind für B2B-Zahlungen bereits nutzbar — ohne Checkout-UI, einfach als schnellere Alternative zur klassischen Überweisung.

Betriebe mit Sparkassen- oder Volksbank-Kundschaft: Wero als Checkout-Option vorzubereiten ist mit wenig Aufwand verbunden und positioniert den Shop, sobald die Verbraucheradoption steigt.

Wo es noch hakt

Stationäre Händler haben derzeit keinen etablierten Weg. Es gibt kein NFC-analoges Protokoll für Pay by Bank am Terminal — kein Symbol, das Kunden wiedererkennen, wie das Kontaktlos-Zeichen. Wero-QR-Codes für die Ladenkasse befinden sich in der Pilotphase, eine breite Terminal-Integration ist nicht vor 2027 zu erwarten.

Fazit

Pay by Bank ist im Online-Checkout die praxistauglichste Form von Account-to-Account-Zahlung, die es aktuell gibt — mit Trustly und Klarna Sofort als etablierten Optionen und Wero als vielversprechendem Nachrücker. Für stationäre Händler bleibt es vorerst Beobachtungssache: Die Infrastruktur wächst, aber ein Kassenzonen-taugliches Protokoll fehlt noch.

Wero: Europas neue Echtzeit-Zahlungslösung für Händler erklärtInterchange-Gebühr verstehenQR-Code-Zahlung im Handel

Häufige Fragen

Was ist Pay by Bank genau?

Pay by Bank ist eine Zahlungsmethode, bei der Geld direkt von Käufer- zu Händlerkonto überwiesen wird — ohne Kreditkartennetzwerk dazwischen. Grundlage ist die PSD2-Regulierung: Der Käufer autorisiert die Überweisung in seiner eigenen Banking-App, ein Zahlungsauslösedienst (PISP) initiiert sie technisch.

Was kostet Pay by Bank im Vergleich zu Kartenzahlung?

Strukturell fällt keine Interchange und keine Scheme Fee an, da kein Kartennetzwerk beteiligt ist. In der Praxis verlangen die meisten Anbieter trotzdem eine Händlergebühr für Risikoprüfung und UX — bei Klarna Sofort typischerweise 1,0–1,5 %, bei reinen A2A-Anbietern wie Trustly oft darunter. Die Ersparnis gegenüber Kreditkarte (bis zu 2,5 %) ist real, aber kleiner als 'kostenlos'.

Welche Anbieter unterstützen Pay by Bank in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Trustly und Klarna Sofort sind im deutschsprachigen Online-Handel am weitesten verbreitet. iDEAL dominiert in den Niederlanden und ist über Wero ins gleiche Ökosystem eingebunden. Wero selbst baut eine eigene Pay-by-Bank-Funktion für Online-Shops aus. In der Schweiz ist TWINT der De-facto-Standard für Account-to-Account-Zahlungen.

Lohnt sich die Integration für einen stationären Laden?

Aktuell kaum. Pay by Bank ist im Online-Checkout ausgereift, am physischen Terminal fehlt noch ein verbreiteter Standard. Wero-QR-Codes für die Kasse befinden sich in der Pilotphase — für stationäre Händler lohnt sich Beobachten mehr als sofortiges Handeln.