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Gastronovi Erfahrungen: Kassensystem und Bezahlvorgang im Praxistest

Gastronovi im echten Restaurantbetrieb: Tischverwaltung, Splitbill und Kartenzahlung aus Sicht einer Servicekraft — plus Kosten und Alternativen.

Von Ulf Mayer 01. August 2026 Aktualisiert 11. September 2026 7 Min. Lesezeit
Gedeckter Tisch auf einer Restaurant-Terrasse — Umfeld für ein Gastronovi-Kassensystem

Gastronovi ist eines der bekannteren deutschen Cloud-Kassensysteme für die Gastronomie — mit Tischverwaltung, Reservierung und Splitbill als Kernfunktionen. Wie sich das im echten Servicealltag anfühlt, lässt sich aus Marketingmaterial kaum ablesen. Wir haben deshalb nicht nur die Konditionen geprüft, sondern auch mit einer Servicekraft gesprochen, die Gastronovi im Tagesgeschäft nutzt — und selbst am Terminal bezahlt.

Gastronovi in Kürze

Monatspreis69 €/Monat (1. Lizenz), ab der 2. je 59 € — zzgl. 14 €/Monat Cloud-TSE
Mindestlaufzeit3 Monate, danach monatlich kündbar (1 Monat Vorlauf)
ZielgruppeRestaurants, Bars, Cafés, Systemgastronomie
KernfunktionenTischverwaltung, Splitbill, Tagesmenü, Allergenkennzeichnung, Küchenmonitor
KartenzahlungGastronovi Pay inkl. Tap to Pay (Visa, Mastercard, Amex, Apple Pay, Google Pay), alternativ externes Terminal
Hardwarereine Cloud-Software auf eigenen Geräten (PC, Mac, iPad, Android)
MärkteDeutschland, Österreich, Schweiz (AT/CH auf Anfrage)

Zwei Dinge unterscheiden Gastronovi von vielen Wettbewerbern. Erstens läuft es als reine Cloud-Software im Browser — auf dem Rechner, iPad oder Android-Tablet, das im Betrieb ohnehin vorhanden ist. Eine Investition in proprietäre Kassenhardware entfällt. Zweitens ist die Zahlungsabwicklung inzwischen hauseigen: Gastronovi Pay übergibt den Rechnungsbetrag direkt aus der Kasse an die Zahlungs-App, und über Tap to Pay nimmt das iPhone oder Android-Gerät die Karte kontaktlos entgegen — ohne separates Terminal. Wer lieber ein klassisches Terminal anbindet, kann das weiterhin tun.

Der Aufbau ist ein Baukasten: Die Kasse ist das Herzstück, Module wie Tischreservierung, Warenwirtschaft, Bestellsystem oder Zeiterfassung kommen nach Bedarf dazu. Das ist flexibel — kostet aber, wie der Kostenabschnitt zeigt, schnell ein Vielfaches des Grundpreises.

Erfahrungen aus dem realen Betrieb

Erfahrung 1: Reibungslose Bestellaufnahme, auch ohne Gerät pro Bedienung

Im Betrieb, den wir besucht haben, hatte nicht jede Bedienung ein eigenes Gastronovi-Gerät zur Hand. Trotzdem lief die Bestellaufnahme an den Tischen ohne erkennbare Reibung — Bestellungen kamen an, Tische wurden korrekt zugeordnet, nichts ging verloren. Das ist kein triviales Detail: Systeme, die auf eine feste 1:1-Zuordnung von Personal zu Endgerät angewiesen sind, geraten in der Praxis schnell an ihre Grenzen, sobald ein Gerät fehlt oder gerade belegt ist. Gastronovis Tischverwaltung scheint diesen Fall gut abzufangen.

Erfahrung 2: Splitbill als ausdrücklich gelobte Stärke

Auf Nachfrage nach dem Bezahlvorgang — konkret: wie eine Rechnung am Tisch gesplittet wird — beschrieb die Servicekraft das System als „sehr übersichtlich und logisch”. Das ist keine beiläufige Bemerkung: Die Person hatte zuvor in anderen Gastronomiebetrieben mit anderen Kassensystemen gearbeitet und konnte den Vergleich ziehen. Splitbill ist in der Praxis eine der fehleranfälligsten Situationen an der Kasse — falsch zugeordnete Positionen, vergessene Extras, Streit um wer was hatte. Ein System, das genau das laut erfahrenem Personal sauber löst, verdient das Lob mehr als ein Feature auf der Marketing-Website.

Erfahrung 3: Uneingeschränkte Weiterempfehlung von erfahrenem Personal

Die Servicekraft würde Gastronovi ohne Einschränkung weiterempfehlen. Das ist ein anderes Signal als eine Betreiber-Empfehlung, die oft auch Vertragskonditionen und Preis mit einbezieht: Hier bewertet jemand, der das System jeden Abend im Servicedruck bedient, ausschließlich die Usability im Tagesgeschäft — und fällt ein klares Urteil.

Erfahrung 4: Kontaktlose Zahlung und Tischübersicht am Display

Die Bezahlung selbst haben wir direkt getestet: Kontaktloses Bezahlen per Smartphone am angeschlossenen Kartenterminal funktionierte ohne Verzögerung oder Fehlversuch. Ein kurzer Blick auf den Gastronovi-Bildschirm zeigte außerdem die Tischübersicht — eine visuelle Belegungsanzeige der einzelnen Tische, wie sie für Reservierungs- und Auslastungssteuerung in der Gastronomie üblich ist.

Kosten im Vergleich

Bei einem Restaurant mit einem Kassengerät:

AnbieterMonatspreisTSESplitbillReservierung nativ
Gastronovi69 €/Mo14 €/Mo extrajaals Modul, 99 €/Mo extra
orderbird PROab 99,90 €/MoinklusivejaModul, 59,90 €/Mo extra
ready2order (mit Gastro-Paket)59,80 €/Mo15,90 €/Mo extrajanein
Lightspeed Restaurantab 89 €/Mok. A.janein

Gastronovi startet bei 69 €/Monat für die erste Lizenz; ab der zweiten sinkt der Preis auf 59 €, ab der sechsten auf 49 €. Die separat berechnete Cloud-TSE (14 €/Monat, 10.000 Transaktionen inklusive) kommt obendrauf. Real vergleichbar sind damit rund 83 €/Monat für einen Einzelbetrieb — etwas mehr als ready2order mit Gastro-Paket und TSE (75,70 €), aber weniger als orderbird PRO (99,90 €, TSE inklusive). Lightspeed Restaurant beginnt bei 89 €; ob und was die TSE dort extra kostet, weist Lightspeed nicht aus.

Entscheidend ist aber die Modulrechnung, und hier lohnt ein genauer Blick. Gastronovi wird gern als System mit „nativer Reservierung” beschrieben — nativ ist sie, aber nicht inklusive: Tischreservierung kostet 99 €/Monat extra. Wer Kasse, TSE und Reservierung braucht, landet bei rund 182 €/Monat. Kommt Warenwirtschaft dazu (129 €/Monat), sind es über 310 €.

AusbaustufeKosten/Monat
Kasse + TSEca. 83 €
+ Tischreservierungca. 182 €
+ Warenwirtschaftca. 311 €

Für die Module gibt es alternativ Erfolgstarife ab 29 € (Reservierung, Bestellsystem) bzw. 39 € (Warenwirtschaft), bei denen ein Teil umsatzabhängig abgerechnet wird — für kleinere Betriebe oft die günstigere Variante. Positiv: Der Küchenmonitor ist ohne Aufpreis im Kassensystem enthalten, während er bei mehreren Wettbewerbern extra kostet.

Der Baukasten ist damit Stärke und Kostenfalle zugleich: Wer wirklich nur eine Kasse braucht, zahlt wenig; wer den Funktionsumfang nutzt, mit dem Gastronovi beworben wird, zahlt deutlich mehr als der Grundpreis vermuten lässt. Vor Vertragsabschluss lohnt es sich, die tatsächlich benötigten Module durchzurechnen statt vom Einstiegspreis auszugehen.

Für wen eignet sich Gastronovi?

Gastronovi ist eine gute Wahl, wenn:

  • Vorhandene Hardware weitergenutzt werden soll — keine Investition in proprietäre Terminals
  • Kartenzahlung ohne separates Gerät laufen soll (Gastronovi Pay mit Tap to Pay)
  • Häufig gesplittete Rechnungen anfallen (Gruppen, Tischgemeinschaften)
  • Auch Amex-Karten angenommen werden sollen — Gastronovi Pay unterstützt American Express
  • Personal mit wechselnder Geräteverfügbarkeit arbeitet — die Tischverwaltung fängt das gut ab

Gastronovi ist weniger geeignet, wenn:

  • Mehrere Module gebraucht werden — Reservierung und Warenwirtschaft treiben die Kosten schnell über 300 €/Monat
  • Eine TSE im Grundpreis erwartet wird (kommt mit 14 €/Monat obendrauf)

Alternativen im Vergleich

Gastronoviorderbirdready2orderLightspeed Restaurant
Monatspreis69 € + 14 € TSEab 99,90 € (TSE inkl.)35,90 € + 23,90 € Gastro-Paket + 15,90 € TSEab 89 €
ReservierungModul, 99 €/MoModul, 59,90 €/MoPartner-ToolPartner-Tool
Hardwarefrei wählbar (Cloud)teils eigene Gerätefrei wählbarteils eigene Geräte
Payment integriertja (Gastronovi Pay)jajaja
MärkteDE, AT, CHDE, ATDE, AT, CHDE, AT, CH, international
Amexja (Gastronovi Pay)anbieterabhängiganbieterabhängigja

Fazit

Gastronovi hält im Praxistest, was die Produktbeschreibung verspricht: eine durchdachte Tischverwaltung, ein Splitbill-Ablauf, der auch erfahrenes Personal überzeugt, und eine reibungslose Kartenzahlung am angebundenen Terminal. Besonders bemerkenswert ist das Urteil aus der Servicecrew selbst — eine uneingeschränkte Empfehlung von jemandem, der Vergleichserfahrung mit anderen Systemen hat, ist ein starkes Signal für die Alltagstauglichkeit.

Technisch hat das System zuletzt zugelegt: Mit Gastronovi Pay und Tap to Pay entfällt der Zwang zum separaten Kartenterminal, und die reine Cloud-Architektur erlaubt den Betrieb auf vorhandener Hardware — beides senkt die Einstiegshürde spürbar.

Die Einschränkungen bleiben real, und eine davon wiegt schwerer als der Einstiegspreis vermuten lässt: Die TSE kommt mit 14 €/Monat on top — und die Module, die Gastronovi zur Komplettlösung machen, kosten mehr als die Kasse selbst. Wer nur eine solide Gastro-Kasse mit Splitbill sucht, bekommt sie für rund 83 €/Monat. Wer den beworbenen Funktionsumfang will, sollte mit dem Dreifachen rechnen und die Module vorher einzeln durchkalkulieren.

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Häufige Fragen

Was kostet Gastronovi pro Monat?

Die 1. Kassenlizenz kostet 69 €/Monat, ab der 2. Lizenz 59 €. Hinzu kommen 14 €/Monat für die gesetzlich vorgeschriebene Cloud-TSE, die nicht im Basispreis enthalten ist. Das Minimal-Setup liegt damit bei ca. 83 €/Monat. Zusatzmodule kosten extra — Tischreservierung 99 €/Monat, Warenwirtschaft 129 €/Monat. Der Küchenmonitor ist ohne Aufpreis enthalten.

Ist Gastronovi einfach zu bedienen, auch für neues Personal?

Nach unseren Erfahrungen ja. In einem Betrieb, in dem nicht jede Bedienung ein eigenes Gerät hatte, lief die Bestellaufnahme trotzdem reibungslos. Eine Servicekraft mit Erfahrung in mehreren Gastro-Betrieben beschrieb besonders den Splitbill-Vorgang als übersichtlich und logisch.

Wie funktioniert Splitbill bei Gastronovi?

Die Rechnung lässt sich am Tisch aufteilen — nach Positionen oder gleichmäßig auf mehrere Gäste. Im Praxistest wurde der Ablauf von erfahrenem Servicepersonal ausdrücklich als klar strukturiert gelobt, im Vergleich zu anderen Systemen, mit denen dieselbe Kraft zuvor gearbeitet hatte.

Kann ich mit Gastronovi kontaktlos per Smartphone bezahlen?

Ja, auf zwei Wegen. Im Test funktionierte die Zahlung per Apple Pay am angeschlossenen Kartenterminal ohne Probleme. Zusätzlich gibt es mit Gastronovi Pay eine hauseigene Zahlungsabwicklung: Über Tap to Pay nimmt das iPhone oder Android-Gerät Karten und Wallets direkt kontaktlos an — ohne separates Terminal.

Welche Hardware braucht Gastronovi?

Keine bestimmte. Gastronovi ist eine reine Cloud-Software und läuft im Browser auf vorhandenen Geräten — PC, Mac, iPad, Android-Tablet oder Smartphone. Eine Bindung an spezielle Kassenterminals gibt es nicht.