SWIFT-Code und BIC erklärt: Was ist der Unterschied?
SWIFT-Code und BIC: Was beide Codes bedeuten, wo man sie findet, wozu sie bei internationalen Überweisungen gebraucht werden — und was IBAN damit zu tun hat.
Ein Kunde aus der Schweiz möchte eine Rechnung in Franken bezahlen und fragt nach Ihrem „SWIFT-Code”. Ein Lieferant aus den USA schickt eine Rechnung mit „BIC/SWIFT” und einer Kontonummer ohne IBAN. Spätestens bei Zahlungen über die Grenze tauchen diese Begriffe auf. Die gute Nachricht: Hinter beiden steckt dasselbe — und die meisten Zahlungen innerhalb Europas kommen inzwischen ganz ohne aus.
Was ist ein SWIFT-Code?
SWIFT steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Die Genossenschaft wurde 1973 gegründet, hat ihren Sitz in La Hulpe bei Brüssel und betreibt das weltweit wichtigste Nachrichtennetz zwischen Banken. Über SWIFT senden sich mehr als 11.000 Institute in über 200 Ländern und Gebieten Zahlungsaufträge und Bestätigungen.
Wichtig: SWIFT überweist selbst kein Geld. Es übermittelt nur die standardisierten Nachrichten, auf deren Grundlage Banken die Buchungen vornehmen.
Damit jede Nachricht beim richtigen Institut ankommt, braucht jede Bank eine eindeutige Adresse. Diese Adresse ist der SWIFT-Code.
Was ist ein BIC?
BIC steht für Business Identifier Code (früher Bank Identifier Code). Er ist international genormt im Standard ISO 9362 und identifiziert Banken und andere Finanzinstitute weltweit eindeutig. SWIFT ist die offizielle Vergabestelle.
Aufbau eines BIC:
| Stellen | Bedeutung | Beispiel COBADEFFXXX |
|---|---|---|
| 1–4 | Institutskennung (Buchstaben oder Ziffern) | COBA = Commerzbank |
| 5–6 | Ländercode nach ISO 3166 | DE = Deutschland |
| 7–8 | Ortscode | FF = Frankfurt am Main |
| 9–11 | Filialkennung (optional) | XXX = Hauptstelle |
Ein BIC hat also 8 oder 11 Zeichen. Die achtstellige Variante bezeichnet die Hauptstelle; sie entspricht einem elfstelligen BIC mit „XXX” am Ende.
Beispiele bekannter deutscher BICs:
- DEUTDEFF — Deutsche Bank, Frankfurt
- COBADEFFXXX — Commerzbank, Frankfurt
- INGDDEFFXXX — ING, Frankfurt
Besonderheit Sparkassen und Volksbanken: Hier hat nicht die Gruppe, sondern jedes einzelne Institut einen eigenen BIC. Die Sparkasse in Köln hat also einen anderen BIC als die in München. Den richtigen finden Sie in Ihren Kontounterlagen.
Eine Ziffer an Stelle 8 hat eine Sonderbedeutung: Eine „0” steht zum Beispiel für einen Test-BIC, eine „1” für einen Teilnehmer, der nicht direkt am SWIFT-Netz angeschlossen ist.
SWIFT-Code vs. BIC: Gleich oder verschieden?
Gleich. SWIFT-Code und BIC sind zwei Namen für denselben Code:
- BIC ist die offizielle, normierte Bezeichnung. Sie wird in Europa, in SEPA-Formularen und auf deutschen Kontoauszügen verwendet.
- SWIFT-Code ist der umgangssprachliche Name, der sich vor allem in den USA, Großbritannien und Asien durchgesetzt hat, weil der Code aus dem SWIFT-Netz kommt.
Häufig liest man auch „BIC/SWIFT” oder „SWIFT-BIC”. Gemeint ist immer dasselbe Feld. Ein Formular, das nach „SWIFT code” fragt, bekommt also Ihren BIC.
Nicht verwechseln mit:
- Bankleitzahl (BLZ) — nationale, achtstellige Kennung deutscher Banken, heute in der IBAN enthalten
- Routing Number / ABA — US-amerikanische Bankkennung für Inlandszahlungen
- Sort Code — britische Bankkennung für Inlandszahlungen
IBAN und BIC: Was wofür gebraucht wird
IBAN und BIC werden oft zusammen genannt, haben aber unterschiedliche Aufgaben:
| IBAN | BIC | |
|---|---|---|
| Steht für | International Bank Account Number | Business Identifier Code |
| Identifiziert | ein Konto | eine Bank |
| Länge (Deutschland) | 22 Zeichen | 8 oder 11 Zeichen |
| Aufbau DE | DE + 2 Prüfziffern + BLZ + Kontonummer | Bank + Land + Ort + Filiale |
| Nötig für SEPA | ja | nein (seit 2016) |
| Nötig für Nicht-SEPA-Zahlungen | wenn das Zielland IBAN nutzt | ja |
Wann Sie den BIC noch brauchen:
- ❌ Nicht für Euro-Überweisungen innerhalb Deutschlands
- ❌ Nicht für Euro-Überweisungen in andere SEPA-Länder (EU, Schweiz, Norwegen, Großbritannien u. a.)
- ❌ Nicht für SEPA-Lastschriften
- ✅ Ja für Überweisungen in Länder außerhalb des SEPA-Raums (z. B. USA, China, Türkei, Japan)
- ✅ Ja für Überweisungen in Fremdwährung, auch innerhalb Europas
- ✅ Manchmal bei Zahlungen aus dem Nicht-SEPA-Ausland an Sie — der ausländische Zahler braucht dann Ihren BIC
Für Ihre Rechnungen heißt das: IBAN ist Pflicht, der BIC schadet nicht. Wenn Sie internationale Kunden haben, drucken Sie ihn mit auf die Rechnung und in die Fußzeile.
Und die Kontonummer ohne IBAN? Viele Länder außerhalb Europas, etwa die USA, Kanada oder Australien, nutzen keine IBAN. Dort überweisen Sie mit Kontonummer, BIC und oft einer nationalen Bankkennung (Routing Number). Ihre Bank fragt diese Angaben im Auslandsüberweisungsformular ab.
Wo finde ich meinen SWIFT/BIC-Code?
Ihren eigenen BIC finden Sie:
- im Online-Banking oder in der Banking-App unter Kontodetails
- auf dem Kontoauszug (meist im Kopf oder in der Fußzeile)
- auf der Rückseite Ihrer Bankkarte bei vielen Banken
- auf der Website Ihrer Bank, häufig im Impressum oder in den FAQ
- in Kontoeröffnungsunterlagen
Den BIC einer anderen Bank herausfinden:
- Bei deutschen Banken: Die Bundesbank veröffentlicht die Bankleitzahlendatei mit zugehörigen BICs.
- Aus der IBAN: Viele Banking-Programme ermitteln den BIC automatisch aus der deutschen IBAN, weil die Bankleitzahl darin steckt.
- International: Beim Zahlungsempfänger nachfragen ist der sicherste Weg. Online-BIC-Suchen sind praktisch, aber nicht immer aktuell.
Sicherheitshinweis: Ändert ein Lieferant oder Geschäftspartner per E-Mail plötzlich seine Bankverbindung, prüfen Sie das immer telefonisch über eine bekannte Nummer. Gefälschte Rechnungen mit geänderter IBAN oder BIC sind eine häufige Betrugsmasche.
SWIFT-Code bei internationalen Zahlungen
Eine Auslandsüberweisung außerhalb von SEPA läuft typischerweise so:
- Sie erteilen den Auftrag mit Empfängername und -adresse, Kontonummer bzw. IBAN, BIC der Empfängerbank, Betrag, Währung und Gebührenregelung.
- Ihre Bank sendet eine SWIFT-Nachricht an die Empfängerbank — direkt oder, häufiger, über eine oder mehrere Korrespondenzbanken.
- Geldfluss über Korrespondenzkonten: Die Banken halten gegenseitig Konten in den jeweiligen Währungen. Darüber wird der Betrag verrechnet.
- Währungsumrechnung: Irgendwo in der Kette wird der Betrag umgerechnet, meist mit einem Aufschlag auf den Devisenkurs.
- Gutschrift: Die Empfängerbank schreibt den Betrag gut, abzüglich eventueller Gebühren.
Dauer: meist 1–5 Geschäftstage, abhängig von Zielland, Währung und Zahl der beteiligten Banken. Mit SWIFT gpi lassen sich Zahlungen heute über eine eindeutige Referenz (UETR) nachverfolgen, und viele kommen noch am selben oder nächsten Tag an. Mehr zu Laufzeiten im Ratgeber Wie lange dauert eine Überweisung?.
Was Händler bei Zahlungseingängen aus dem Ausland beachten sollten:
- Der eingehende Betrag kann durch Gebühren niedriger sein als die Rechnung. Vereinbaren Sie am besten die Gebührenregelung OUR.
- Stellen Sie Rechnungen an Nicht-SEPA-Kunden in Euro aus, wenn möglich, um kein Wechselkursrisiko zu tragen.
- Für Kunden, die vor Ort oder online kaufen, ist die Kartenzahlung meist einfacher und schneller als eine SWIFT-Überweisung. Das Wechselkursthema liegt dann beim Kunden und seiner Bank.
Was kostet eine SWIFT-Überweisung?
Die Kosten setzen sich aus bis zu vier Bestandteilen zusammen:
| Kostenpunkt | Typische Höhe | Wer zahlt? |
|---|---|---|
| Gebühr der Absenderbank | ca. 10–40 €, teils prozentual mit Mindestbetrag | Zahler |
| Gebühr der Korrespondenzbank(en) | ca. 10–30 € pro Bank | je nach Regelung |
| Gebühr der Empfängerbank | ca. 0–20 € | je nach Regelung |
| Wechselkursaufschlag | oft 1–3 % auf den Referenzkurs | versteckt im Kurs |
Die Gebührenregelung legt der Zahler bei Auftragserteilung fest:
- OUR — der Zahler trägt alle Gebühren; der Empfänger bekommt den vollen Betrag. Für den Zahler am teuersten.
- SHA (shared) — jede Seite zahlt die Gebühren ihrer Bank; Korrespondenzbankgebühren werden meist vom Betrag abgezogen. Häufiger Standard.
- BEN (beneficiary) — der Empfänger trägt alle Gebühren; sie werden vom Betrag abgezogen.
Innerhalb der EU und des EWR ist bei Zahlungen in EWR-Währungen SHA vorgeschrieben.
Günstigere Alternativen:
- SEPA-Überweisung in Euro, wo immer möglich — im EU/EWR-Raum zum Inlandspreis
- Spezialisierte Geldtransferdienste mit transparenten Wechselkursen für Fremdwährungen
- Fremdwährungskonten bei Geschäftsbanken oder Fintechs für regelmäßige Zahlungen in USD, CHF oder GBP
- Kartenzahlung für Kunden, die direkt bei Ihnen kaufen
Fazit
SWIFT-Code und BIC sind dasselbe: eine 8- oder 11-stellige Kennung, die eine Bank weltweit eindeutig identifiziert. Für Euro-Überweisungen im SEPA-Raum genügt heute die IBAN, der BIC ist dort überflüssig. Unverzichtbar bleibt er für Zahlungen außerhalb Europas und in Fremdwährungen — die dann länger dauern und deutlich mehr kosten. Händler mit internationalen Kunden sollten den BIC auf der Rechnung angeben, eine klare Gebührenregelung vereinbaren und, wo es passt, Kartenzahlung als einfache Alternative anbieten.
→ Wie lange dauert eine Überweisung? → Bargeldloser Zahlungsverkehr im Überblick → Geschäftskonto für Händler → American Express akzeptieren → Alle Kartenterminals im Vergleich
Häufige Fragen
Ist der SWIFT-Code dasselbe wie der BIC?
Ja. BIC (Business Identifier Code) ist die offizielle Bezeichnung nach dem Standard ISO 9362, SWIFT-Code der umgangssprachliche Name, weil die Codes von SWIFT vergeben werden und im SWIFT-Netz zum Einsatz kommen. Wenn ein Formular nach SWIFT-Code fragt, tragen Sie den BIC ein.
Brauche ich den BIC noch für Überweisungen?
Für SEPA-Überweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums nicht mehr — die IBAN reicht. Für Überweisungen in Länder außerhalb des SEPA-Raums oder in Fremdwährungen wird der BIC der Empfängerbank weiterhin benötigt.
Wie ist ein BIC aufgebaut?
Ein BIC hat 8 oder 11 Zeichen: 4 Zeichen für die Bank, 2 Buchstaben für das Land, 2 Zeichen für den Ort und optional 3 Zeichen für die Filiale. Beispiel: COBADEFFXXX steht für Commerzbank, Deutschland, Frankfurt, Hauptstelle.
Wo finde ich meinen BIC?
Auf dem Kontoauszug, im Online-Banking oder in der Banking-App unter den Kontodetails, oft auf der Rückseite der Bankkarte und auf der Website der Bank. Bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen hat jedes Institut einen eigenen BIC.
Was kostet eine SWIFT-Überweisung?
Das hängt von Bank und Zielland ab. Üblich sind Gebühren der eigenen Bank von etwa 10 bis 40 €, dazu können Gebühren von Korrespondenzbanken und der Empfängerbank sowie ein Wechselkursaufschlag kommen. Wer welche Gebühren trägt, wird mit den Optionen OUR, SHA oder BEN festgelegt.