Tap to Pay im Geschäftskonto: Qonto, Revolut Business und Sparkasse im Vergleich
Kartenzahlung direkt in der Konto-App: Was Qonto, Revolut Business und die Sparkassen-App S-POS kosten, wo Girocard und Amex fehlen und für wen sich das lohnt.
Ein Zahlungsanbieter, ein Geschäftskonto, zwei Verträge, zwei Apps, zwei Auszahlungsläufe. Banken wollen das zusammenlegen: Kartenzahlungen direkt in der Konto-App annehmen, mit Gutschrift auf demselben Konto. Das klingt nach dem Idealfall für Kleinstunternehmer. Ob es sich rechnet, hängt an wenigen Details, die in der Werbung fehlen.
Der Ratgeber Tap to Pay erklärt die Technik. Hier geht es um die Frage: Lohnt sich Tap to Pay vom Geschäftskonto — oder lieber ein klassischer Anbieter?
Was Konto-Anbieter anders machen
Bei SumUp, Zettle oder Viva.com ist Tap to Pay ein Zahlungsprodukt: Du schließt einen Vertrag mit dem Zahlungsdienstleister, das Geld kommt per Überweisung auf dein Konto. Bei Qonto, Revolut Business oder der Sparkasse ist Tap to Pay eine Funktion deines Kontos.
Vorteile:
- Ein Vertrag, eine App. Kein zweites Login, kein zweiter Onboarding-Prozess.
- Schnelle Gutschrift. Das Geld landet am nächsten Werktag direkt im Konto, ohne Zwischenstation.
- Einfachere Buchhaltung. Umsätze und Ausgaben stehen im selben Konto; Qonto synchronisiert Zahlungen automatisch.
Nachteile:
- Bindung an die Bank. Wer das Konto wechselt, verliert auch die Kartenannahme.
- Weniger Funktionsumfang. Kein Trinkgeld, keine Kassensoftware, kein Warenwirtschaftsmodul, wie es Zettle mitbringt.
- Kartenabdeckung. Girocard und Amex sind bei den Neobanken ein Fragezeichen.
Die Anbieter im Überblick
Stand der Angaben: 27.10.2026, jeweils nach den Anbieterseiten. Preise vor dem Abschluss in der App prüfen.
| Anbieter | Plattform | Gebühr | Girocard | Amex | Gutschrift |
|---|---|---|---|---|---|
| Qonto | iPhone, Android | 0,8 % (private EWR-Karten), 2,6 % (Firmen-/Nicht-EU-Karten) | nicht ausgewiesen | nein | nächster Werktag |
| Revolut Business | iPhone | je nach Karte und Tarif, Preisseite nicht eindeutig | nicht geprüft | nicht geprüft | nicht geprüft |
| Sparkasse (S-POS) | iPhone, Android | laut Berichten 0,79 % | ja | nicht geprüft | nicht geprüft |
Qonto
Tap to Pay ist in allen Tarifen enthalten, ohne Hardware. Für das iPhone braucht es ein iPhone XS oder neuer mit iOS 16.4 oder höher, für Android ein NFC-fähiges Gerät. Unterstützt werden Visa, Mastercard und Wallets wie Apple Pay und Google Pay. Über 50 € ist eine PIN nötig. Die ersten fünf Transaktionen sind gebührenfrei. Zahlungen funktionieren auch ohne Internetverbindung und werden später synchronisiert.
Die beworbenen 0,8 % gelten nur für private Karten aus dem EWR. Firmen- und Nicht-EU-Karten kosten 2,6 %. Wer viele Geschäftskunden mit Firmenkarten hat, sollte damit rechnen.
Revolut Business
Auch Revolut bietet Tap to Pay am iPhone an. Vertragspartner ist Revolut Bank UAB, Zweigniederlassung Deutschland, zusätzlich gelten Apples Plattformbedingungen. Die Preisseite listet Zuschläge für Tap to Pay, die Tabelle ist aber nicht eindeutig lesbar. Wer hier einsteigen will, sollte den Preis für den eigenen Kartenmix in der App nachrechnen.
Sparkassen-App S-POS
S-POS ist nach den vorliegenden Berichten der bislang einzige Weg, bei dem Girocard ausdrücklich per Tap to Pay am Smartphone angenommen wird. Für Händler mit hohem Girocard-Anteil ist das der stärkste Punkt der Sparkassen-Lösung.
Die drei Fragen, die entscheiden
1. Wie hoch ist dein Girocard-Anteil? In Deutschland zahlt ein großer Teil der Kunden mit Girocard. Fällt sie weg, bleiben Kunden mit reiner Girocard außen vor. Vergleiche dazu auch Girocard und Maestro.
2. Wie viele Firmenkarten hast du? 0,8 % klingen günstig, 2,6 % bei Firmenkarten nicht. SumUp und Zettle berechnen einheitlich 1,39 %.
3. Wie viel kassierst du pro Zahlung? Über 50 € verlangt die Karte eine PIN. Nicht jede SoftPOS-App kann das, siehe PIN-Limit bei Tap to Pay.
Rechenbeispiel: 3.000 € im Monat
Angenommen, 80 % der Umsätze laufen über private EWR-Karten, 20 % über Firmenkarten:
| Anbieter | Rechnung | Gebühren im Monat |
|---|---|---|
| Qonto | 2.400 € × 0,8 % + 600 € × 2,6 % | 19,20 € + 15,60 € = 34,80 € |
| SumUp | 3.000 € × 1,39 % | 41,70 € |
Der Unterschied beträgt knapp 7 € im Monat. Je höher der Firmenkarten-Anteil, desto kleiner der Vorsprung. Ab gut einem Drittel Firmenkarten (rund 33 %) ist SumUp günstiger.
Für wen lohnt sich das?
Gut geeignet: Kleinstunternehmer und mobile Dienstleister mit überwiegend privater Kundschaft, die bereits ein Qonto-Konto haben oder ohnehin eines eröffnen wollen, und die keine Girocard-Quote brauchen.
Weniger geeignet: Händler mit vielen Girocard-Zahlungen, Firmenkunden, Amex-Akzeptanz oder dem Wunsch nach Trinkgeld und Kassenfunktion. Für sie bleibt ein klassischer Anbieter oder ein Terminal die bessere Wahl.
Fazit
Tap to Pay im Geschäftskonto ist eine praktische Ergänzung, kein Ersatz für ein Terminal. Der Preisvorteil steht und fällt mit dem Kartenmix, und die Girocard-Lücke bleibt bei den Neobanken ein echtes Argument gegen den Wechsel. Wer ohnehin ein Qonto-Konto hat, kann die fünf Gratis-Transaktionen nutzen und die Zahlungen mit dem eigenen Kartenmix testen.
Häufige Fragen
Kann ich mit Qonto Kartenzahlungen am Smartphone annehmen?
Ja. Qonto bietet Tap to Pay in allen Tarifen an, ohne zusätzliche Hardware. Nach Angaben von Qonto (Stand 27.10.2026) kostet es 0,8 % für private EWR-Karten und 2,6 % für Firmen- und Nicht-EU-Karten, die Gutschrift erfolgt am nächsten Werktag.
Akzeptiert Qonto Tap to Pay die Girocard?
Auf den öffentlichen Qonto-Seiten ist Girocard nicht aufgeführt, genannt werden Visa, Mastercard und Wallets. Vor einem Wechsel solltest du das in der App oder beim Support prüfen.
Ist Tap to Pay im Geschäftskonto günstiger als SumUp?
Bei privaten EWR-Karten ja (0,8 % gegenüber 1,39 % bei SumUp). Bei Firmenkarten und Nicht-EU-Karten (2,6 %) ist SumUp günstiger. Entscheidend ist dein Kartenmix.