Sofortüberweisung für Händler: Klarna Sofort, Kosten und Alternativen · Zahlungskompass
Zahlungskompass Echte Kosten berechnen
Ratgeber

Sofortüberweisung für Händler: Klarna Sofort, Kosten und Alternativen

Was ist Sofortüberweisung? Wie Klarna Sofort funktioniert, was es Händler kostet und welche Open-Banking-Alternativen es gibt.

Von Ulf Mayer 05. Oktober 2026 7 Min. Lesezeit
Online-Zahlung am Laptop — Sofortüberweisung und Open-Banking-Verfahren im Onlineshop

Über ein Jahrzehnt lang war „Sofortüberweisung” für viele Onlineshopper in Deutschland das Synonym für schnelles Bezahlen ohne Kreditkarte. Wer heute nach der Zahlungsart sucht, stößt auf eine veränderte Lage: Klarna hat Sofort als eigenständiges Produkt eingestellt, Zahlungsanbieter haben die Option aus ihren Checkouts entfernt, und neue Verfahren wie Pay by Bank und Wero drängen nach. Was bedeutet das für Händler?

Was ist eine Sofortüberweisung?

Sofortüberweisung (später „Sofort”, dann „Klarna Sofort”) war ein Zahlungsauslösedienst der Sofort GmbH aus München, gegründet 2005 und 2014 von Klarna übernommen.

Das Prinzip: Statt dass der Kunde im Shop auf „Vorkasse” klickt und später selbst überweist, löst ein Dienst die Überweisung direkt im Bestellprozess aus — und der Händler bekommt sofort eine Bestätigung, dass die Zahlung beauftragt wurde. Er kann die Ware also ohne Wartezeit versenden.

Wichtig ist der Unterschied zwischen dem Namen und der Technik: Das Geld selbst floss per normaler SEPA-Überweisung und brauchte entsprechend bis zu einen Geschäftstag. „Sofort” war die Bestätigung, nicht der Geldeingang.

Heutiger Stand:

  • Klarna nimmt seit Ende 2023 keine neuen Händler für Sofort als eigenständige Zahlungsart mehr auf.
  • Bestehende Händlerverträge wurden schrittweise gekündigt, vor allem bei geringem Volumen.
  • Die Funktion wird als Zahlung per Bankkonto innerhalb von Klarna weitergeführt. Kunden brauchen dafür in der Regel ein Klarna-Konto.
  • Große Zahlungsplattformen wie Stripe und PayPal haben Sofort als Zahlungsmethode aus ihren Angeboten genommen.

Wer Sofort noch im Shop anzeigt, sollte also dringend prüfen, ob die Integration überhaupt noch funktioniert.

Klarna Sofort: Wie es funktioniert

Der Ablauf, wie ihn Millionen Kunden kannten und wie er in ähnlicher Form bei Klarna weiterläuft:

  1. Kunde wählt im Checkout die Zahlung per Sofort bzw. per Bankkonto über Klarna.
  2. Er wählt seine Bank aus.
  3. Er meldet sich mit den Zugangsdaten seines Online-Bankings an.
  4. Er bestätigt die vorausgefüllte Überweisung mit einer TAN bzw. in seiner Banking-App.
  5. Der Dienst meldet dem Shop in Echtzeit: Zahlung beauftragt.
  6. Die Überweisung wird ausgeführt, das Geld geht auf das Konto des Händlers bzw. des Dienstleisters.

Die Rechtsgrundlage dafür ist die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2: Zugelassene Zahlungsauslösedienste dürfen mit Zustimmung des Kunden auf dessen Online-Banking zugreifen, um Zahlungen zu veranlassen. Die Banken müssen dafür standardisierte Schnittstellen bereitstellen.

Früher umstritten: In der Anfangszeit gaben Kunden ihre Banking-Zugangsdaten auf einer Seite eines Drittanbieters ein. Verbraucherschützer und Banken kritisierten das. Mit PSD2 ist das Verfahren reguliert und auf gesicherte Schnittstellen umgestellt worden.

Sofortüberweisung für Händler: Was es kostet

Sofort wurde klassisch mit einem Prozentsatz plus Fixbetrag pro Transaktion abgerechnet, ohne Grundgebühr. Damit lag es für Händler meist unter den Kosten von Kreditkarten und PayPal, aber über den Kosten einer selbst abgewickelten Überweisung.

Heute gilt:

  • Für Zahlungen per Bankkonto über Klarna vereinbart Klarna die Konditionen individuell mit dem Händler; sie hängen von Branche, Volumen und genutzten Klarna-Zahlungsarten ab.
  • Pay-by-Bank-Anbieter rechnen ebenfalls prozentual oder mit Fixbetrag ab und liegen typischerweise unter Kartenniveau.
  • Vorkasse per Überweisung kostet Sie keine Transaktionsgebühr, aber Conversion — viele Kunden brechen ab, wenn sie selbst überweisen müssen.

Kostenvergleich zur Orientierung:

ZahlungsartTypische Kosten für HändlerZahlungssicherheit
Vorkasse per Überweisungkeine Transaktionsgebührhoch, aber Zahlungseingang abwarten
Pay by Bank / Klarna per Bankkontoindividuell, meist unter Kartehoch (Überweisung nicht rückholbar)
Kreditkarte onlineca. 1–2,5 %Chargeback-Risiko
PayPalmeist 2–3 % + FixbetragKäuferschutz-Risiko
Kauf auf Rechnung (BNPL)meist 2–5 %Anbieter übernimmt Ausfallrisiko

Die Werte sind Orientierungsgrößen, keine Angebotspreise. Mehr zu Online-Zahlungskosten im Ratgeber Kartenzahlung im Internet.

Sicherheit: Wer trägt das Risiko?

Für den Händler ist eine per Zahlungsauslösedienst ausgelöste Zahlung sehr sicher: Eine Überweisung kann der Kunde nach Ausführung nicht einseitig zurückholen. Es gibt kein Chargeback wie bei Kreditkarten und kein 8-Wochen-Rückgaberecht wie bei der Lastschrift.

Verbleibende Risiken:

  • Nicht ausgeführte Überweisung: Die Sofortbestätigung sagt, dass der Auftrag erteilt wurde. Scheitert die Ausführung, etwa wegen eines Banklimits, kommt kein Geld. Seriöse Anbieter melden das zurück; die Versandfreigabe sollte an diese Rückmeldung gekoppelt sein.
  • Rückerstattung bei Widerruf: Bei Widerruf oder Retoure müssen Sie die Erstattung selbst veranlassen, meist per Überweisung.
  • Betrug mit fremden Konten: Selten, aber möglich, wenn Online-Banking-Zugänge gestohlen wurden.

Für den Kunden:

  • Die starke Kundenauthentifizierung (TAN, App-Freigabe) schützt vor unberechtigten Zahlungen.
  • Einen Käuferschutz wie bei PayPal oder eine Rückbuchung wie bei der Kreditkarte gibt es nicht. Bei Problemen mit dem Händler bleibt nur der normale Rechtsweg — ein Grund, warum manche Kunden andere Zahlungsarten bevorzugen.

Sofortüberweisung vs. SEPA Instant: Der Unterschied

Die Namen klingen ähnlich, die Verfahren sind aber grundverschieden:

SofortüberweisungSEPA Instant
Was ist es?Dienst, der eine Überweisung auslöst und bestätigtÜberweisungsart der Banken
Geld beim Empfängernach Ausführung der Überweisung, bis 1 Geschäftstag (Instant, wenn die Bank so ausführt)in höchstens 10 Sekunden
Bestätigung für Händlersofort, durch den Dienstdurch Geldeingang auf dem Konto
Integration im Onlineshopja, per Pluginnicht direkt, nur über Zusatzdienste
Kosten für HändlerTransaktionsgebühr des Diensteskeine Transaktionsgebühr
Nutzung im Ladengeschäftneintechnisch möglich, praktisch über Wallets wie Wero

Die Zukunft liegt in der Kombination: Pay-by-Bank-Dienste lösen heute zunehmend Echtzeitüberweisungen aus. Dann ist nicht nur die Bestätigung, sondern auch das Geld in Sekunden da. Hintergründe dazu im Ratgeber SEPA Instant für Händler und in der Übersicht Wie lange dauert eine Überweisung?.

Alternativen: Tink, Wero und Open-Banking-Zahlungen

Wer Sofort ersetzen will, hat mehrere Optionen:

1. Klarna mit Bankkonto-Zahlung Naheliegend für Shops, die Klarna ohnehin für Rechnungskauf nutzen. Der Kunde bezahlt sofort per Bankkonto innerhalb des Klarna-Checkouts. Nachteil: Kunden benötigen in der Regel ein Klarna-Konto.

2. Pay by Bank über Open-Banking-Anbieter Anbieter wie Tink (gehört zu Visa), Trustly oder TrueLayer bieten Zahlungsauslösung für Onlineshops an, teils direkt, teils über Zahlungsplattformen wie Adyen, Mollie oder Unzer. Funktion und Kundenerlebnis ähneln dem alten Sofort. Ein Überblick steht im Ratgeber Pay by Bank für Händler.

3. Wero Die Wallet der European Payments Initiative ist in die Banking-Apps vieler deutscher Banken und Sparkassen integriert und basiert auf Echtzeitüberweisungen. Nach Zahlungen zwischen Personen wird Wero schrittweise für den Onlinehandel ausgebaut, perspektivisch auch für das Ladengeschäft. Details: Wero für Händler.

4. Vorkasse per Echtzeitüberweisung Ohne Zusatzdienst, ohne Gebühr: Rechnung mit IBAN und GiroCode, Kunde überweist per Instant. Funktioniert gut bei Stammkunden und hohen Beträgen, schreckt aber Neukunden eher ab.

5. Kartenzahlung und Wallets Apple Pay und Google Pay sind im Onlineshop inzwischen der schnellste Checkout, weil keine Daten eingetippt werden müssen. Die Kosten richten sich nach der hinterlegten Karte.

Warum kontobasierte Zahlungen die Kartennetzwerke langfristig herausfordern könnten, beleuchtet der Artikel Open Banking.

Für wen lohnt sich Sofortüberweisung?

Die ehrliche Antwort: Sofort als eigenständige Zahlungsart ist für Händler keine Option mehr. Die Frage lautet heute eher: Brauche ich eine kontobasierte Sofortzahlung im Checkout, und welche Lösung passt?

Sinnvoll für:

  • Onlineshops mit hohem Warenkorb (Elektronik, Möbel, Fahrräder), bei denen Kreditkartengebühren und Chargeback-Risiko ins Gewicht fallen
  • Shops mit vielen deutschen Kunden ohne Kreditkarte — ein Teil der Kundschaft nutzt Karten online ungern oder hat nur eine girocard
  • Anbieter digitaler Güter und Tickets, die sofortige Zahlungssicherheit brauchen
  • Händler, die PayPal-Gebühren senken wollen

Weniger relevant für:

  • Reine Ladengeschäfte — im stationären Handel spielte Sofort nie eine Rolle. Hier sind Karte, Smartphone und Bargeld die richtigen Werkzeuge. Passende Terminals zeigt der Kartenterminal-Vergleich.
  • Shops mit sehr kleinen Beträgen, bei denen Fixgebühren pro Transaktion stark ins Gewicht fallen
  • Händler mit internationaler Kundschaft außerhalb Europas

Handlungsempfehlung für Shops, die Sofort noch eingebunden haben:

  1. Prüfen, ob die Zahlungsart im Checkout noch aktiv ist und funktioniert.
  2. Beim Zahlungsanbieter oder Shopsystem nachfragen, welche Nachfolgelösung empfohlen wird.
  3. Mindestens eine kontobasierte Alternative (Klarna per Bankkonto, Pay by Bank oder Wero) testen.
  4. Nach einigen Wochen Conversion und Kosten vergleichen.

Wer Onlineshop und Ladengeschäft verbindet, findet Lösungen für beide Kanäle in der Übersicht Omnichannel-Payment.

Fazit

Sofortüberweisung hat den deutschen Onlinehandel über Jahre geprägt — als schnelle, günstige Alternative zu Kreditkarte und PayPal. Als eigenständiges Produkt gibt es sie nicht mehr: Klarna führt die Funktion innerhalb des eigenen Checkouts weiter, große Plattformen haben Sofort entfernt. Die Idee dahinter lebt aber stärker denn je: Pay-by-Bank-Lösungen, Wero und Echtzeitüberweisungen bieten Händlern Zahlungssicherheit ohne Chargebacks zu Kosten unter Kartenniveau. Wer Sofort noch im Shop hat, sollte jetzt auf eine dieser Alternativen umstellen.

→ Pay by Bank für Händler → Wero: Europas neue Zahlungslösung → Bargeldloser Zahlungsverkehr im Überblick → Omnichannel-Payment: Online und stationär → Alle Kartenterminals im Vergleich

Häufige Fragen

Gibt es Sofortüberweisung noch?

Als eigenständige Zahlungsart nicht mehr. Klarna, seit 2014 Eigentümer der Sofort GmbH, nimmt seit Ende 2023 keine neuen Händler für Sofort mehr auf und hat die Zahlungsart schrittweise eingestellt. Die Funktion lebt als Bezahlung per Bankkonto innerhalb von Klarna weiter. Auch Anbieter wie Stripe und PayPal haben Sofort aus ihren Angeboten entfernt.

Wie funktionierte Sofortüberweisung?

Der Kunde wählte im Onlineshop Sofort, gab Bankleitzahl bzw. Bank, Online-Banking-Zugangsdaten und eine TAN auf der Seite des Dienstes ein. Sofort löste daraufhin eine Überweisung aus und bestätigte dem Händler sofort, dass der Auftrag erteilt wurde. Das Geld selbst kam per normaler Überweisung.

Ist Sofortüberweisung dasselbe wie SEPA Instant?

Nein. Sofortüberweisung war ein Zahlungsauslösedienst, der eine normale Überweisung anstößt und dem Händler eine Sofortbestätigung liefert. SEPA Instant ist eine Echtzeitüberweisung, bei der das Geld selbst in höchstens zehn Sekunden auf dem Empfängerkonto ist.

Was sind Alternativen zur Sofortüberweisung?

Für Onlineshops bieten sich Pay-by-Bank-Lösungen von Open-Banking-Anbietern wie Tink, Trustly oder TrueLayer an, dazu Wero, Klarna mit Bankkonto-Zahlung sowie die klassische Vorkasse per Echtzeitüberweisung. Im Ladengeschäft sind Karte, Wallets und Bargeld die üblichen Alternativen.

Was kostet eine Sofortüberweisung für Händler?

Sofort wurde prozentual plus Fixbetrag pro Transaktion abgerechnet und war meist günstiger als Kreditkarten. Die Konditionen für Klarna-Zahlungen per Bankkonto und für Pay-by-Bank-Alternativen werden individuell vereinbart und hängen von Volumen und Anbieter ab.