Hausbank-Terminal: Was es kostet — und wann ein Wechsel sich lohnt · Zahlungskompass
Zahlungskompass Echte Kosten berechnen
Ratgeber

Hausbank-Terminal: Was es kostet — und wann ein Wechsel sich lohnt

Sparkasse, Volksbank, Commerzbank: Was das Kartenterminal der Hausbank wirklich kostet, wie die Konditionen aussehen und wann ein Wechsel sich lohnt.

Von Ulf Mayer 06. Juli 2026 6 Min. Lesezeit
Hausbank-Terminal: Was es kostet — und wann ein Wechsel sich lohnt

Wenn die Sparkasse, Volksbank oder Commerzbank ein Kartenterminal anbietet, klingt das praktisch: ein Ansprechpartner, ein Konto, ein Gerät. In der Praxis zahlen viele Händler dafür einen Aufpreis — ohne es zu merken.

Dieser Ratgeber zeigt, was das Hausbank-Terminal wirklich kostet, wie es mit freien Anbietern abschneidet und wann ein Wechsel sinnvoll ist.

Warum Hausbanken Terminals anbieten

Für Banken ist das Kartenterminal kein Charity-Projekt. Es ist ein Kundenbindungsinstrument: Wer Terminal, Girokonto und Geschäftskonto bei derselben Bank hat, wechselt seltener. Der Acquirer-Vertrag ist zusätzlicher Umsatz — und oft der Teil mit den höchsten Margen.

Das bedeutet nicht, dass Hausbank-Terminals zwingend schlecht sind. Aber es bedeutet, dass sie selten auf Preistransparenz optimiert sind.


Die vier großen Hausbank-Terminals im Überblick

Sparkasse → PAYONE (S-POS)

Die meisten Sparkassen-Terminals laufen technisch über PAYONE, eine Tochtergesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe (DSGV) und Worldline. Das Terminal trägt manchmal das Sparkassen-Logo, manchmal das PAYONE-Logo — technisch ist es dasselbe System.

Typische Konditionen:

PostenBetrag
Grundgebühr Terminal15–30 €/Monat
Transaktionsgebühr Girocard0,2–0,3 %
Transaktionsgebühr Visa/MastercardIC++ oder 1,5–2,5 %
Mindestlaufzeit24–36 Monate
Kündigung3 Monate vor Laufzeitende

Konditionen variieren je nach Sparkasse, Umsatzvolumen und Verhandlung.

Stärken: Bekannter Ansprechpartner vor Ort, Integration ins Sparkassen-Onlinebanking, bei hohem Volumen (> 50.000 €/Mo) verhandelbare IC++-Konditionen.

Schwächen: Hohe Grundgebühr für Kleinhändler, Mindestlaufzeit bindet, Preistransparenz schwach — viele Händler wissen nicht genau, was sie zahlen.


Volksbank / Raiffeisenbank → VR Payment

Die Genossenschaftsbanken vertreiben ihre Terminals über VR Payment, eine Tochter der DZ Bank. Regional gibt es unterschiedliche Vertriebsstrukturen — manche Volks- und Raiffeisenbanken vermitteln auch Fremdanbieter.

Typische Konditionen:

PostenBetrag
Grundgebühr Terminal15–25 €/Monat
Transaktionsgebühr Girocard0,2–0,3 %
Transaktionsgebühr Visa/MastercardIC++ Modell
Mindestlaufzeit24 Monate
Kündigung3 Monate vor Laufzeitende

Stärken: Genossenschaftliches Netzwerk, regionaler Support, für Händler die Wert auf lokale Bankbeziehung legen gut geeignet.

Schwächen: IC++-Abrechnung ist für Kleinhändler schwer nachzuvollziehen — Monatsabrechnung enthält viele Einzelpositionen. Keine Selbst-Onboarding-Option; Vertrag läuft über Berater.


Commerzbank → Commerz Globalpay

Die Commerzbank vertreibt Terminals über ihre Tochter Commerz Globalpay (früher: CommerzFinanz). Für Neukunden gibt es zeitweise Aktionen (erstes Jahr ohne Grundgebühr), danach reguläre Konditionen.

Typische Konditionen:

PostenBetrag
Grundgebühr Terminal0 € (Jahr 1 Aktion) / 20–30 € ab Jahr 2
Transaktionsgebühr Visa/MastercardIC++ oder Blended
Mindestlaufzeit24 Monate
Kündigung3 Monate vor Laufzeitende

Stärken: Einstiegsaktion attraktiv für Neukunden, Anbindung ans Commerzbank-Geschäftskonto.

Schwächen: Nach dem Aktionsjahr steigen die Kosten spürbar. Wer nicht aktiv kündigt, verlängert automatisch. Konditionsübersicht ist undurchsichtig.


Deutsche Bank → TeleCash (Fiserv)

Die Deutsche Bank vermittelt Terminals über TeleCash, das von Fiserv betrieben wird. TeleCash ist einer der ältesten deutschen Acquirer und richtet sich primär an den gehobenen Mittelstand.

Typische Konditionen:

PostenBetrag
Grundgebühr Terminal20–35 €/Monat
TransaktionsgebührIC++ individuell
Mindestlaufzeit24–36 Monate
Kündigung3 Monate vor Laufzeitende

Stärken: Für Betriebe mit hohem Umsatz und individuellem Verhandlungsbedarf geeignet. Breite Gerätepallette, DATEV-kompatibler Export.

Schwächen: Kein Self-Service-Onboarding. Für Kleinhändler zu teuer und zu komplex. Kündigung oft umständlich.


Hausbank-Terminal vs. freie Anbieter: Der Kostenvergleich

Für einen typischen Kleinhändler mit 5.000 €/Monat Kartenumsatz und 150 Transaktionen:

AnbieterGrundgebühr/JahrTransaktionsgebühren/JahrGesamt/Jahr
Sparkasse (PAYONE)240–360 €375–750 €615–1.110 €
Volksbank (VR Payment)180–300 €ca. 375 € (IC++)555–675 €
Commerzbank Globalpay0–360 €ca. 375 €375–735 €
SumUp Solo Lite0 €417 € (1,39 %)~417 €
Flatpay0 €297 € (0,99 %)~297 € + 199 € Hardware
myPOS Flexi0 €387 € (1,29 %)~387 €

Hausbank-Konditionen variieren stark je nach Vertrag und Verhandlung. IC++-Modell macht Vergleich schwieriger — Girocard günstiger, internationale Karten teurer.

Ergebnis: Bei 5.000 €/Monat Kartenumsatz ist SumUp im ersten Jahr 200–700 € günstiger als das typische Hausbank-Terminal. Flatpay amortisiert sich (inkl. Hardware) nach ca. 8 Monaten.


Wann das Hausbank-Terminal trotzdem sinnvoll ist

Nicht in jedem Fall ist der Wechsel die bessere Entscheidung:

Hausbank-Terminal ist sinnvoll wenn:

  • Kartenumsatz > 50.000 €/Monat und individuelle IC++-Konditionen verhandelbar sind
  • Integration ins bestehende Bankingsystem wichtig ist (automatischer Abgleich, ein Ansprechpartner)
  • Vor-Ort-Support durch lokale Bankniederlassung gewünscht wird
  • Filialbetrieb mit mehreren Terminals, die zentral über die Bank verwaltet werden sollen

Wechsel lohnt sich wenn:

  • Grundgebühr > 15 €/Monat bei weniger als 10.000 €/Monat Kartenumsatz
  • Mindestlaufzeit ausgelaufen oder kurz vor dem Ende
  • Transaktionsgebühren > 1,5 % auf Visa/Mastercard
  • Support-Erreichbarkeit schlecht oder Terminal veraltet

Was zu tun ist bevor du wechselst

1. Aktuellen Vertrag prüfen Wo liegt das Laufzeitende? Bis wann muss die Kündigung eingegangen sein? Steht im Vertrag eine automatische Verlängerungsklausel? Die meisten Verträge verlängern sich um 12 Monate wenn du nicht 3 Monate vor Laufzeitende kündigst.

2. Tatsächliche Kosten ausrechnen Addiere alle Positionen aus dem letzten Jahresabrechnung: Grundgebühr, Transaktionsgebühren getrennt nach Kartenart, eventuelle Zusatzgebühren (Papierrollen, Support-Hotline, DATEV-Export). Das ist die Vergleichsbasis.

3. Angebote einholen SumUp, Zettle, Flatpay und myPOS haben Selbst-Onboarding — Konditionen sind öffentlich, kein Beratungsgespräch nötig. Für höheren Umsatz: PAYONE und Nexi direkt anfragen (nicht über die Bank), dort sind die Konditionen oft besser als über den Bankvertrieb.

4. Kündigung schriftlich einreichen Per Einschreiben an die Bank oder direkt an den Acquirer (PAYONE, VR Payment). Beleg aufbewahren.

Mehr dazu im Ratgeber Kartenterminal kündigen: Fristen, Muster und häufige Fehler.


Häufige Missverständnisse

“Meine Bank gibt mir Sicherheit.” Der Acquirer-Vertrag läuft über ein separates Unternehmen (PAYONE, VR Payment), nicht über die Bank selbst. Wenn du Probleme mit dem Terminal hast, ist die Bank oft nicht der richtige Ansprechpartner — du rufst beim Acquirer an. Die vermeintliche Bequemlichkeit des “Ein-Ansprechpartners” existiert in der Praxis oft nicht.

“Wenn ich das Terminal kündige, verliere ich meinen Kreditrahmen.” Terminal-Vertrag und Kredit- oder Girokonto sind rechtlich getrennte Verträge. Die Bank darf die Kündigung des Terminals nicht an andere Bankleistungen koppeln. In der Praxis wird manchmal Druck ausgeübt — rechtlich ist das nicht zulässig.

“Freie Anbieter haben keinen Support.” SumUp hat einen 24/7-Chat auf Deutsch, Flatpay schickt bei Problemen einen Techniker vor Ort (Bestandteil des Vertrags), Zettle hat E-Mail-Support auf Deutsch. Das ist vergleichbar mit dem, was Banken tatsächlich liefern — nicht mit dem, was Berater versprechen.


Fazit

Das Hausbank-Terminal ist selten die günstigste Lösung für Kleinhändler unter 20.000 €/Monat Kartenumsatz. Die Kombination aus Grundgebühr und Mindestlaufzeit macht freie Anbieter in den meisten Fällen attraktiver — ohne Abstriche bei Sicherheit oder Funktionalität.

Ab 50.000 €/Monat Kartenumsatz lohnt sich ein Beratungsgespräch mit dem Bankaquirer direkt (nicht über den Filialbetreuer) — individuelle IC++-Konditionen können dort günstiger sein als Standardangebote freier Anbieter.

PAYONE Erfahrungen: Das Sparkassen-Terminal im Test
VR Payment Erfahrungen: Das Volksbank-Terminal im Test
Commerz Globalpay Erfahrungen: Das Commerzbank-Terminal im Test
Kartenterminal kündigen: Fristen, Muster und häufige Fehler
Alle Kartenleser im Vergleich
SumUp vs. myPOS: Freie Anbieter im direkten Vergleich

Häufige Fragen

Ist das Sparkassen-Terminal teurer als SumUp oder Flatpay?

In den meisten Fällen ja. Sparkassen-Terminals (über PAYONE) kosten typisch 15–30 €/Monat Grundgebühr plus 1,5–2,5 % Transaktionsgebühr — bei IC++-Modell plus Pauschalen. SumUp berechnet 0 €/Monat und 1,39 % pro Transaktion. Ab ca. 3.000 €/Monat Kartenumsatz wird Flatpay mit 0,99 % Flat günstiger als beide.

Kann ich das Hausbank-Terminal kündigen?

Ja, aber beachte die Mindestlaufzeit. PAYONE-Verträge laufen oft 24–36 Monate, VR Payment ebenfalls. Die Kündigung muss schriftlich mit Frist erfolgen — meist 3 Monate vor Laufzeitende, sonst verlängert sich der Vertrag automatisch. Den genauen Kündigungsweg erklärt der Ratgeber Kartenterminal kündigen.

Was ist PAYONE und hat das was mit der Sparkasse zu tun?

PAYONE ist eine Tochtergesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe (DSGV) und der französischen Worldline. Die meisten Terminals, die Sparkassen ihren Händlern anbieten, laufen technisch über PAYONE — auch wenn das Terminal mit dem Sparkassen-Logo kommt. PAYONE ist einer der größten deutschen Acquirer.

Was kostet ein Volksbank-Kartenterminal?

Volksbanken und Raiffeisenbanken vertreiben Terminals über VR Payment. Typische Konditionen: 15–25 €/Monat Grundgebühr, Transaktionsgebühren im IC++-Modell (Interchange-Kosten plus Marge), Mindestlaufzeit 24 Monate. Genaue Zahlen variieren je nach Regionalniederlassung und Verhandlung.

Lohnt es sich, beim Wechsel des Girokontos auch das Terminal zu wechseln?

Nicht zwingend gleichzeitig. Terminal-Vertrag und Girokonto sind in der Regel getrennte Verträge. Du kannst das Girokonto wechseln, ohne das Terminal zu kündigen — und umgekehrt. Timing: Terminal zum nächstmöglichen Kündigungstermin wechseln, Konto separat.