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myPOS Erfahrungen: Sofortauszahlung, Gebühren und was der Test zeigt

myPOS: Sofortige Auszahlung auf eigenes IBAN-Konto, ohne Wartezeit. Was das in der Praxis bedeutet — und für wen myPOS besser ist als SumUp oder Zettle.

Von Ulf Mayer 10. Juli 2026 4 Min. Lesezeit
Kartenterminal am Tresen — myPOS bietet eigenständige Android-Terminals mit eingebautem IBAN-Konto

myPOS ist ein Anbieter, der in Deutschland weniger bekannt ist als SumUp oder Zettle — aber in einer entscheidenden Eigenschaft überlegen: Die Einnahmen landen nicht erst nach 1–3 Werktagen auf dem Konto, sondern sofort nach der Transaktion auf einem mitgelieferten IBAN-Geschäftskonto. Für Händler, die auf tägliche Liquidität angewiesen sind, ist das kein kleines Detail.

Wir haben myPOS über mehrere Monate in verschiedenen Betriebsszenarien begleitet.

myPOS im Überblick

myPOS wurde 2014 in Sofia gegründet und ist heute in über 30 europäischen Ländern aktiv. Das Geschäftsmodell unterscheidet sich von klassischen Kartenleser-Anbietern: Jeder Händler erhält ein europäisches Geschäftskonto mit eigener IBAN, das direkt mit dem Terminal verknüpft ist.

MerkmalmyPOS OnemyPOS PlusmyPOS Pro
Alle Karten1,29 %0,89 %0,79 %
Grundgebühr0 €19 €/Monat39 €/Monat
Vertragsbindungkeinekeinekeine
Auszahlungsofort (eigenes Konto)sofortsofort
Hardware ab29 € (Flexi)29 €29 €
VerfügbarkeitDE, AT, CHDE, AT, CHDE, AT, CH

Das eigene Geschäftskonto: Stärke oder Zwang?

Das integrierte Konto ist sowohl die größte Stärke als auch ein potenzieller Reibungspunkt. Stärke: Einnahmen sind sofort verfügbar, keine Abhängigkeit von der Hausbank, keine Verzögerung durch Batch-Processing. Das ist relevant für Betriebe, bei denen Freitags-Einnahmen nicht erst Montag auf dem Konto liegen sollen.

Reibungspunkt: Wer sein bestehendes Geschäftskonto nicht wechseln möchte, muss Einnahmen manuell weiterüberweisen — das kostet täglich Zeit oder eine automatische Überweisungsregel. Und das myPOS-Konto ist keine vollwertige Bankverbindung: Lastschriften oder Daueraufträge lassen sich von dort nicht einrichten.

Unsere Einschätzung: Für Betriebe mit einem dedizierten „Kassenkonto” ist die Integration reibungslos. Wer alles auf ein zentrales Konto bündeln will, braucht ein paar Minuten Setup für die automatische Weiterleitung.

Hardware: Was das myPOS Flexi leistet

Das myPOS Flexi ist das günstigste Einstiegsgerät (29 €) — ein Android-basiertes Terminal mit eigenem Display, NFC, Chip und 4G-SIM. Kein Smartphone nötig. In der Praxis ist das ein erheblicher Vorteil gegenüber dem SumUp Solo Lite: Das Gerät ist eigenständig, der Akku hält einen langen Arbeitstag, und die SIM-Verbindung sorgt auch auf Märkten und Events für zuverlässige Verbindung.

Das myPOS Carbon (gehobenes Segment, ~249 €) ist ein elegantes Terminal mit Bondrucker und eigenem Lade-Dock — für den stationären Einsatz an der Theke eine überzeugende Option.

Praxisbeobachtung: Die Android-Oberfläche ist zugänglicher als proprietäre Systeme. Apps können seitlich installiert werden (mit Einschränkungen). Das ist für Händler, die eine einfache Kassensoftware neben dem Terminal nutzen wollen, ein Vorteil.

Gebührenmodell im Vergleich

myPOS arbeitet seit 2026 mit einem Stufenmodell: Plan One (0 €/Monat) mit 1,29 % auf alle Karten, Plan Plus (19 €/Monat) mit 0,89 %, Plan Pro (39 €/Monat) mit 0,79 %. Alle Sätze gelten einheitlich für Girocard, Visa, Mastercard und Amex.

Im kostenlosen One-Tarif ist myPOS günstiger als SumUp (1,39 %) und Zettle (1,39 %). Das Plus und Pro rechnet sich ab ca. 3.000–5.000 € Monatsumsatz.

Anbieteralle KartenMonatspreisSofortauszahlung
myPOS One1,29 %0 €
myPOS Plus0,89 %19 €
SumUp1,39 %0 €
Zettle1,39 %0 €
Flatpay1,29 %29–49 €

Alle Daten im direkten Vergleich: SumUp vs. myPOS · Zettle vs. myPOS

Für wen myPOS die richtige Wahl ist

myPOS lohnt sich besonders für:

  • Betriebe, die auf tägliche Liquidität angewiesen sind (Sofortauszahlung)
  • Händler mit höherem Umsatz, die vom Plus-/Pro-Tarif profitieren (0,89–0,79 %)
  • Mobile Einsätze ohne verlässliches Smartphone-Internet (eigene 4G-SIM im Gerät)
  • Internationale Märkte: myPOS akzeptiert Karten in über 14 Währungen direkt

Weniger geeignet bei:

  • Sehr niedrigem Volumen, wo die Sofortauszahlung keinen Unterschied macht
  • Wer zwingend alles in ein bestehendes Hauptkonto fließen lassen will
  • Betrieben mit Kassenpflicht: myPOS ist kein TSE-Kassensystem

Was in der Praxis auffällt

Positiv: Die Sofortauszahlung ist kein Marketing-Versprechen — sie funktioniert. Einnahmen vom Samstag sind samstags verfügbar. Die App ist auf Deutsch, der Support erreichbar (Wartezeiten gelegentlich).

Neutral: Das Konto-Ökosystem ist nützlich, aber eigenständig — nicht in bestehende Buchhaltungssoftware integriert. DATEV-Export gibt es nicht nativ (CSV-Download vorhanden).

Kritisch: Bei Chargebacks (Rückbuchungen) haben einige Händler längere Bearbeitungszeiten als bei deutschen Acquirern berichtet. myPOS hat seinen Sitz in Bulgarien; für manche Betriebe ist das Akzeptanzpunkt, für andere ein Fragezeichen.

Fazit

myPOS ist in einem Punkt klarer Marktführer unter den unkomplizierten Einsteiger-Anbietern: Sofortauszahlung. Mit dem neuen Stufenmodell kommt ein zweiter Vorteil dazu: Wer Volumen hat, zahlt mit Plus oder Pro deutlich weniger als bei SumUp oder Zettle — ohne Vertragsbindung. Die Hardware ist funktional, das Ökosystem eigenständig aber ausreichend.

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