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SumUp Gebühren 2026: Alle Kosten ehrlich erklärt

1,39 % für alle Karten — so wirbt SumUp. Was Hardware, Auszahlung und versteckte Kosten wirklich ausmachen und für wen der einheitliche Satz günstiger ist als Staffelpreise.

Von Ulf Mayer Aktualisiert 04. Juni 2026 6 Min. Lesezeit
Viele Euro-Scheine nebeneinander — Symbol für Transaktionsgebühren und Kosten

SumUp bewirbt sein Preismodell mit einem einzigen Satz: 1,39 % für alle Karten, keine Grundgebühr, keine Vertragsbindung. Das klingt nach maximaler Einfachheit — und das ist es auch. Aber Einfachheit hat ihren Preis. Wer viel umsetzt oder einen bestimmten Kartenmix hat, zahlt mit SumUp mehr als nötig. Wer wenig und unregelmäßig kassiert, zahlt weniger als mit jedem anderen Modell. Dieser Artikel rechnet es durch.

Die Gebühren im Überblick

KostenpostenSumUp
Transaktionsgebühr Girocard1,39 %
Transaktionsgebühr Visa / Mastercard1,39 %
Transaktionsgebühr American Express1,39 %
Grundgebühr0 €
Vertragslaufzeitkeine Bindung
Auszahlung1–3 Werktage

Das Besondere: SumUp unterscheidet nicht nach Kartenart. Ob Girocard, Kreditkarte oder American Express — der Satz bleibt gleich. Das macht die Kalkulation einfach. Und es ist für viele Händler eine echte Erleichterung gegenüber Anbietern, die drei verschiedene Sätze ausweisen und beim günstigsten bewerben.

Hardware-Kosten

SumUp bietet mehrere Geräte, abgestuft nach Funktionsumfang:

GerätPreis (ca.)Besonderheit
SumUp Airab 34 €Basismodell, Bluetooth zum Smartphone
SumUp Soloab 79 €Eigenes Display, WLAN, kein Handy nötig
SumUp Solo Liteab 49 €Kompromiss: Display, günstiger
SumUp POS Proab 599 €Vollwertiges Kassensystem mit Bondrucker

Für Einsteiger ist das SumUp Air der Einstieg: ein Gerät so groß wie eine Streichholzschachtel, das per Bluetooth mit der SumUp-App auf dem Smartphone kommuniziert. Kein Bildschirm, kein WLAN-Chip — das Smartphone übernimmt alles.

Das SumUp Solo löst das: Es hat ein eigenes 3,3-Zoll-Display und kommuniziert direkt per WLAN oder Mobilfunk. Du brauchst kein Handy daneben. Für stationäre Betriebe oder Marktstände ohne zuverlässige Bluetooth-Reichweite ist es das sinnvollere Gerät.

Auf TSE und Registrierkasse angewiesen? Das POS Pro bringt Kassensoftware, Bondrucker und TSE-Integration mit — kostet aber deutlich mehr als ein reiner Kartenleser. Wer nur kassieren will, braucht es nicht.

Wann lohnt sich 1,39 % — und wann nicht?

Der einheitliche Satz klingt fair. Ob er es ist, hängt von deinem Kartenmix ab.

In Deutschland zahlen Kunden mehrheitlich mit Girocard (dem klassischen EC-System). Bei Anbietern wie Zettle liegt der Girocard-Satz bei 0,95 %, bei myPOS bei 0,90 % — also deutlich unter SumUps 1,39 %. Für den typischen Einzelhändler mit hohem Girocard-Anteil ist SumUp damit teurer.

Die Tabelle zeigt, was ein Händler mit 10.000 € Monatsumsatz bei verschiedenen Kartenmixen zahlt:

KartenmixSumUp 1,39 %Zettle (0,95 % / 2,75 %)myPOS (0,90 % / 1,30 %)
100 % Girocard139 €/Mt95 €/Mt90 €/Mt
50 % Giro, 50 % Kreditkarte139 €/Mt183 €/Mt110 €/Mt
20 % Giro, 80 % Kreditkarte139 €/Mt239 €/Mt122 €/Mt

Fazit der Tabelle: Wer viele Kreditkarten akzeptiert — typisch in Tourismus, Hotels oder bei internationalen Kunden — zahlt mit SumUp weniger als mit Zettle. Bei hohem Girocard-Anteil (Supermarkt, Wochenmarkt, Handwerk) ist SumUp teurer als myPOS oder Zettle.

Der Wendepunkt liegt bei einem Kreditkartenanteil von rund 30–40 %: Ab da nivelliert SumUps Einheitssatz den Nachteil gegenüber Zettle und wird bei weiterer Verschiebung zum Vorteil.

Vergleich mit direkten Alternativen

SumUpZettlemyPOSViva.com
Girocard1,39 %0,95 %0,90 %ab 0,30 %
Kreditkarte1,39 %2,75 %1,30 %ab 0,30 %
Amex1,39 %2,75 %2,50 %1,00 %
Grundgebühr0 €0 €0 €0 €
Vertragkeinekeinekeinekeine
Auszahlung1–3 Tage1–2 Tagesofort1–2 Tage
Hardware ab34 €29 €29 €0 €

Viva.com fällt mit seinen niedrigen Ausgangssätzen auf — aber der Haken steckt im Kleingedruckten: Diese Sätze gelten für reine Inlandskarten ohne Interchange-Aufschlag. Sobald Kunden mit ausländischen Kreditkarten oder Premiumkarten zahlen, kommen Scheme-Gebühren dazu, die Viva.com nicht pauschal nennt. SumUps 1,39 % sind dafür echte Festpreise ohne Überraschungen.

Versteckte Kosten, die selten erwähnt werden

Auszahlungsdauer: SumUp zahlt Einnahmen in der Regel innerhalb von 1–3 Werktagen aus. Bei hohem Tagesumsatz bedeutet das: Geld, das am Freitag verdient wird, ist erst am Montag oder Dienstag verfügbar. Für Betriebe mit knapper Liquidität ist das relevant. myPOS bietet Sofortauszahlung auf ein integriertes Geschäftskonto — ein echter Vorteil für manche.

TSE/Fiskalisierung: SumUp-Geräte sind keine vollwertigen Registrierkassen. Wer in Deutschland eine elektronische Kasse betreibt, braucht eine TSE-konforme Lösung. Das SumUp POS Pro enthält eine TSE; einfache Kartenleser (Air, Solo) nicht. Die Kosten für eine externe TSE oder ein separates Kassensystem kommen oben drauf.

Kassensoftware: Die SumUp-App ist kostenlos und für einfaches Kassieren ausreichend. Wer Inventarverwaltung, Tischpläne oder komplexe Auswertungen braucht, muss in die kostenpflichtigen POS-Pakete (ab ca. 25 €/Monat) oder auf ein externes System wechseln.

Refunds und Rückbuchungen: Rückbuchungen (Chargebacks) entstehen, wenn Kunden ihre Bank einschalten. SumUp zieht die entsprechende Summe sowie eine Bearbeitungsgebühr vom Konto ab. Das ist branchenüblich, aber ein Punkt, der bei der Kostenkalkulation oft vergessen wird.

Für wen ist SumUp die richtige Wahl?

SumUp lohnt sich besonders für:

  • Einsteiger und Gelegenheitshändler — kein Monatspreis, keine Mindesteinnahme, kein Risiko bei Saisonpausen.
  • Mobile Dienstleister mit gemischtem Kartenmix — Handwerker, Caterer, Foodtrucks, die sowohl Girocard als auch Kreditkarten akzeptieren und keine Lust auf komplizierte Abrechnungen haben.
  • Händler mit hohem Kreditkartenanteil — Wer viele Touristen oder Geschäftskunden bedient, profitiert vom einheitlichen Satz gegenüber Anbietern mit höheren Kreditkartensätzen.
  • Betriebe ohne Kassenpflicht — Wer kein Kassensystem braucht, spart sich die TSE-Thematik komplett.

Weniger geeignet bei:

  • Hohem Girocard-Anteil und hohem Umsatz — Zettle (0,95 %) oder myPOS (0,90 %) sind dann günstiger, die Differenz bei 20.000 €/Monat macht über 500 € pro Jahr aus.
  • Sofort-Liquiditätsbedarf — Wer täglich auf seine Einnahmen angewiesen ist, ist mit myPOS (Sofortauszahlung) besser bedient.
  • Kassensystembedarf — Wer TSE, Bondrucker und Tischverwaltung braucht, zahlt mit dem SumUp POS Pro ähnlich viel wie mit spezialisierten Kassensystemen — dann lohnt sich ein direkter Vergleich mit orderbird oder ready2order.

Fazit

SumUp ist kein Schnäppchen — aber ein verlässliches, unkompliziertes Angebot. Der einheitliche Transaktionssatz von 1,39 % ist der eigentliche Markenkern: keine Überraschungen, kein Kleingedrucktes, kein Unterschied zwischen Karten. Dafür zahlt man bei reinem Girocard-Geschäft mehr als bei der Konkurrenz.

Wer das weiß und trotzdem bewusst wählt — wegen der Einfachheit, des Ökosystems oder des gemischten Kartenmix — trifft eine rationale Entscheidung. Wer dagegen primär auf den niedrigsten Girocard-Satz aus ist, sollte myPOS oder Zettle vergleichen.

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