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Für wen lohnt sich American Express akzeptieren?

Amex-Karten bringen höhere Gebühren – aber auch kaufkräftigere Kunden. Wer wirklich von Amex-Akzeptanz profitiert, was es kostet und welche Anbieter mitspielen.

Von Ulf Mayer 01. Juni 2026 4 Min. Lesezeit
American-Express-Karte auf einem Tresen – Symbol für die Entscheidung, Amex als Zahlungsmittel zu akzeptieren

American Express polarisiert. Für viele Händler ist Amex das Zahlungsmittel, das sie am liebsten nicht sehen: die Gebühren liegen spürbar über Girocard und Visa/Mastercard. Gleichzeitig sind Amex-Inhaber im Schnitt kaufkräftiger, geben pro Transaktion mehr aus und wählen ihre Einkaufsorte gezielt danach, ob die Karte akzeptiert wird. Wer profitiert wirklich von Amex-Akzeptanz – und wer sollte sich die Mehrkosten sparen?

Wer zahlt überhaupt mit Amex?

American Express hat in Deutschland einen deutlich kleineren Marktanteil als Girocard oder Visa/Mastercard. Die Karte ist aber bei einer gut definierten Zielgruppe stark verbreitet:

  • Vielreisende und Geschäftsreisende – Amex ist bei Firmenkreditkarten weit verbreitet. Geschäftsleute, die auf Dienstreise Hotelübernachtungen, Restaurants und Flüge abrechnen, haben Amex häufig als bevorzugtes Zahlungsmittel.
  • Premium-Kundschaft – Amex-Karten wie Gold, Platinum oder Centurion sind an eine Jahresgebühr geknüpft und signalisieren eine bestimmte Kaufkraft. Inhaber dieser Karten geben pro Bon statistisch mehr aus als der Durchschnitt.
  • Expats und internationale Gäste – In den USA und Großbritannien ist Amex deutlich weiter verbreitet als in Deutschland. Touristen und ausländische Geschäftsreisende erwarten Amex häufig als selbstverständlich.

Für welche Betriebe ist Amex sinnvoll?

Die Frage ist nicht, ob du persönlich Amex-Inhaber hast – sondern ob deine Kundschaft welche sind. Das hängt stark von der Branche ab.

Lohnt sich Amex-Akzeptanz fast immer:

  • Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen – Gäste, die auf Firmenkosten reisen, buchen fast immer auf Amex. Wer hier kein Amex akzeptiert, verliert buchstäblich Gäste an die Konkurrenz.
  • Gehobene Gastronomie und Weinbars – Höherer Bon, anspruchsvollere Kundschaft, häufig internationale Gäste. Amex gehört hier zum Standardrepertoire.
  • Dienstleistungen mit hohem Einzelbon – Rechtsanwälte, Steuerberater, Unternehmensberater, Fotografen: Wer Rechnungen über 500–5.000 € stellt, trifft auf Kunden, die bevorzugt auf Firmenkarte zahlen wollen.
  • Fachhandel mit Premiumsortiment – Schmuck, Uhren, hochwertige Elektronik, exklusive Mode: Kundschaft, die 800 € für eine Uhr ausgibt, hat sehr oft eine Amex in der Tasche.

Amex-Akzeptanz bringt wenig bis nichts:

  • Lebensmitteleinzelhandel und Supermärkte – Kleintransaktionen, anonyme Laufkundschaft, niedriger Anteil internationaler Gäste. Der Gebührenaufwand überwiegt klar.
  • Tankstellen und Bäckereien – Ähnliche Logik: hohes Transaktionsvolumen, kleiner Einzelbon, überwiegend regionale Stammkunden.
  • Handwerk und Haushaltsdienste – Wer Küchen einbaut oder Fenster putzt, arbeitet typischerweise mit Stammkunden ohne Geschäftsreiseprofil.

Was kostet Amex-Akzeptanz?

Amex-Gebühren liegen bei allen Anbietern über den Girocard-Sätzen. Der Unterschied ist erheblich:

AnbieterGirocardVisa/MastercardAmerican Express
SumUp1,39 %1,39 %1,39 %
myPOS0,30 %0,89 %1,00 %
Zettle (PayPal)0,95 %2,75 %2,75 %
orderbird1,75 %1,75 %1,75 %
ready2order1,29 %1,29 %1,29 %

Hinweis: Gebühren ohne Gewähr, Stand Redaktionsschluss. Prüfe die aktuellen Konditionen vor Vertragsabschluss.

SumUp und ready2order bieten einen einheitlichen Pauschalsatz für alle Kartenarten – Amex kostet hier genauso viel wie Girocard. Das ist für Betriebe mit hohem Amex-Anteil ein klarer Vorteil. myPOS trennt die Sätze und hat mit 1,00 % einen der günstigsten expliziten Amex-Sätze im Vergleich.

Wichtig: PAYONE akzeptiert American Express in der Standardkonfiguration nicht. Wer auf Amex angewiesen ist, scheidet PAYONE in dieser Form aus.

Rechne deinen konkreten Fall durch

Die Frage, ob sich Amex lohnt, lässt sich auf eine einfache Formel reduzieren:

Mehrgebühr Amex = (Amex-Satz − Girocard-Satz) × Amex-Umsatz pro Jahr

Wenn du schätzt, dass 8 % deines Jahresumsatzes über Amex läuft, du 200.000 € Jahresumsatz hast und die Mehrgebühr 1,5 Prozentpunkte über Girocard liegt, kostet dich Amex-Akzeptanz rund 240 € pro Jahr extra. Das ist in den meisten gastronomischen oder hotelleriebezogenen Betrieben gut investiertes Geld, wenn dadurch kein Gast abgewiesen wird.

In unserem Kostenrechner kannst du den Amex-Anteil direkt eingeben und siehst, wie stark er die Jahreskosten je Anbieter beeinflusst.

Fazit: Amex ist eine Branchenentscheidung, keine allgemeine Pflicht

Wer Geschäftsreisende, internationale Gäste oder kaufkräftige Premiumkunden bedient, kommt um Amex-Akzeptanz kaum herum – und die Gebühren rechnen sich durch den höheren Bon und die Kundenbindung. Wer hingegen im Massengeschäft mit kleinen Beträgen und regionaler Stammkundschaft arbeitet, zahlt schlicht drauf.

Entscheidend ist der Anbieter: Wer bereits einen Flat-Rate-Anbieter wie SumUp oder ready2order nutzt, hat Amex ohnehin ohne Mehrgebühr dabei. Wer einen Anbieter mit getrennten Sätzen hat, sollte den Amex-Anteil einmal konkret durchrechnen.

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