Girocard für Händler: Akzeptanz, Gebühren und was sich ändert
EC-Karte, Maestro-Ausstieg, Co-Badging mit Visa Debit und Apple Pay: Guide für Händler zur wichtigsten deutschen Zahlungsmethode.
Fast jeder Deutsche hat eine dabei. Kaum jemand nennt sie beim richtigen Namen. “Zieh mal kurz deine EC-Karte” — der Begriff sitzt so tief im Alltag, dass er selbst auf Kassenschildern und in Bankberater-Gesprächen auftaucht. Dabei heißt die Karte seit fast zwei Jahrzehnten offiziell Girocard. Für Händler steckt hinter dem Namenschaos mehr als Semantik: Girocard, Visa Debit, Maestro und Co-Badging haben direkte Auswirkungen auf Terminalgebühren und Akzeptanzreichweite. Dieser Guide fasst alles zusammen.
Von der EC-Karte zur Girocard: die Geschichte
Der Begriff EC hatte ursprünglich nichts mit elektronischen Kassen zu tun. EC stand für Eurocheque — ein in den 1970er-Jahren eingeführtes paneuropäisches Scheckverfahren, das grenzüberschreitendes Bezahlen per Scheck ermöglichte. Die dazugehörige Karte garantierte die Einlösung dieser Schecks: die EC-Karte.
Als Schecks im Alltag verschwanden, blieb die Karte. Das Zahlungsverfahren dahinter wurde umgebaut: Statt Schecks lief fortan eine elektronische Debitbelastung — das System hieß jetzt electronic cash (klein geschrieben, kein Akronym). Die Karten selbst trugen weiterhin das „ec”-Logo.
2007 vollzog die Deutsche Kreditwirtschaft die offizielle Umbenennung: Das Zahlungsverfahren heißt seitdem Girocard, die Karte ebenfalls. Das alte „ec”-Logo verschwand von neuen Karten. Der Begriff EC-Karte blieb im Volksmund erhalten — und dürfte noch Jahrzehnte dort bleiben.
Vom Eurocheque zur Girocard: die Stationen
- 1970er Eurocheque (EC) eingeführt Paneuropäisches Scheckverfahren. Die Karte garantiert die Einlösung des Schecks — daher „EC-Karte".
- 1990er electronic cash ersetzt den Scheck Statt Scheck läuft jetzt eine elektronische Debitbelastung. Das „ec"-Logo bleibt auf der Karte.
- 2007 Offizielle Umbenennung in Girocard Die Deutsche Kreditwirtschaft tauft Verfahren und Karte um. Der Volksmund bleibt bei „EC-Karte".
- 2023 Maestro in Europa eingestellt Mastercard beendet das Auslands-Co-Badge. Neue Karten erhalten Visa Debit oder Mastercard Debit.
- 2027 Letzte Maestro-Karten laufen aus Bestehende Maestro-Karten gelten bis Ablaufdatum, spätestens Ende 2027. Kein Handlungsbedarf für Händler.
Kurz zusammengefasst: EC-Karte = veralteter Volksmund-Begriff. Girocard = offizieller Name seit 2007. Gemeint ist dasselbe Produkt: die deutsche Debitkarte der jeweiligen Hausbank.
Was ist die Girocard technisch?
Die Girocard ist eine Debitkarte des deutschen Bankensystems, ausgegeben von der jeweiligen Hausbank (Sparkasse, Volksbank, Deutsche Bank, ING usw.). Bei jeder Zahlung wird der Betrag direkt und zeitnah vom Girokonto des Karteninhabers abgebucht — kein Kreditrahmen, kein späteres Ausgleichen.
Das Zahlungssystem dahinter wird von der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) betrieben — einem Dachverband der deutschen Banken. Das macht die Girocard zu einem deutschen Domestic-Scheme, unabhängig von Visa oder Mastercard. Genau das erklärt die günstigen Händlergebühren: Kein internationales Netzwerk, weniger Stufen, niedrigere Interchange.
Technisch enthält jede Girocard:
- Einen EMV-Chip für PIN-gesicherte Zahlungen
- NFC/Kontaktlos-Funktion für Beträge bis 50 € ohne PIN (mit Limit)
- Optional eine Visa Debit- oder Mastercard Debit-Co-Badge für internationale Nutzung (früher: Maestro)
Die Co-Badge ist kein separates Kartensystem, sondern eine zweite Zahlungsapplikation auf demselben Chip. Welche der beiden beim Bezahlen genutzt wird, entscheidet das Terminal — mehr dazu im Abschnitt Co-Badging.
Girocard-Akzeptanz in Deutschland: Zahlen die Händler kennen sollten
Die Girocard ist die meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmethode im deutschen stationären Handel — nicht als Marketing-Behauptung, sondern messbar:
- Rund 90 Millionen Girocards sind in Deutschland im Umlauf (Quelle: Deutsche Kreditwirtschaft)
- Über 60 Prozent aller bargeldlosen Zahlungen an stationären Terminals in Deutschland laufen über die Girocard
- In Lebensmitteleinzelhandel, Discountern und Drogerien liegt der Anteil noch deutlich höher — oft 70–80 %
Für Händler bedeutet das: Wer kein Girocard-fähiges Terminal hat, schließt die Mehrheit seiner deutschen Kundschaft von bargeldloser Zahlung aus. Praktisch jedes Kartenlesegerät, das heute verkauft wird, akzeptiert Girocard — die Frage ist eher, welches Scheme bei neueren Dual-Badge-Karten genutzt wird.
Die zwei strukturellen Grenzen der Girocard:
Online: Die Girocard war für stationäre Zahlungen entwickelt und hatte keine standardisierte Online-Authentifizierung. Giropay sollte diese Lücke schließen, wurde aber 2024 eingestellt. Für Online-Shops ist Girocard als direktes Zahlungsmittel heute nicht verfügbar — nur indirekt über Wero oder über die Co-Badge der Karte.
Ausland: Girocard gilt nur innerhalb Deutschlands (und weniger Partnerländer wie Luxemburg). Im Ausland kommt die Co-Badge zum Einsatz — früher Maestro, heute Visa Debit oder Mastercard Debit.
Was war Maestro — und warum ist es weg?
Wer ältere Girocards noch kennt, erinnert sich an das blaue-rote Maestro-Logo auf der Rückseite. Maestro war Mastercards europäisches Debit-Scheme und ermöglichte die internationale Akzeptanz der Karte — überall dort, wo Mastercard-Infrastruktur vorhanden war, aber das rein deutsche Girocard-System nicht akzeptiert wurde.
Ende 2023 hat Mastercard Maestro in Europa eingestellt. Neue Karten tragen stattdessen häufig ein Mastercard Debit- oder Visa Debit-Co-Badge. Das ändert für Alltagszahlungen in Deutschland wenig — Girocard funktioniert weiterhin. Aber für internationale Einsätze (Auslandsurlaub, Online-Shopping) hat die neue Co-Badge andere Gebührenstrukturen.
Bestehende Maestro-Karten laufen bis zu ihrem Ablaufdatum weiter, spätestens bis Ende 2027. Für Händler besteht kein Handlungsbedarf — Terminals, die Girocard akzeptieren, akzeptieren auch Maestro solange diese Karten noch im Umlauf sind.
→ Ausführlich: Girocard vs. Maestro: Was das Maestro-Aus für Händler bedeutet
Co-Badging: Wenn Girocard und Visa Debit auf einer Karte sitzen
Viele neue Girocards tragen zwei Logos: das Girocard-Logo und ein Visa Debit- oder Mastercard Debit-Logo. Das nennt sich Co-Badging — zwei Zahlungssysteme auf einer Karte. Für Händler ist das mehr als ein technisches Detail: Es hat direkte Auswirkungen auf Terminalgebühren.
Wie funktioniert das technisch?
Die beiden Systeme sind getrennt. Die Girocard-Funktion läuft über die Deutsche Kreditwirtschaft, die Co-Badge über Visa oder Mastercard. Der Chip und die NFC-Antenne können beide Systeme nutzen — aber immer nur eines pro Transaktion.
Wer entscheidet, welches Scheme genutzt wird?
In der Regel das Terminal. In Deutschland ist die Routing-Logik so konfiguriert, dass bei kontaktlosen Zahlungen standardmäßig Girocard bevorzugt wird, wenn die Karte es unterstützt. Das Terminal “sieht” beim NFC-Kontakt, welche Zahlungsapplikationen die Karte anbietet, und wählt nach hinterlegter Priorität.
Die Routing-Konfiguration liegt beim Acquirer (dem Zahlungsdienstleister). Händler haben darauf in der Regel keinen direkten Einfluss — außer bei größeren Installationen mit eigenem Acquiring.
Die Ausnahme: Smartphone-Zahlung
Zahlt ein Kunde kontaktlos per Smartphone (Apple Pay, Google Pay), ändert sich die Logik. Smartphone-Wallets hinterlegen die Co-Badge der Karte — also Visa Debit oder Mastercard Debit — nicht die Girocard-Applikation. Das Terminal “sieht” dann kein Girocard, und das teurere internationale Scheme wird abgewickelt. Mehr dazu im Abschnitt Apple Pay.
Wer entscheidet das Scheme — und was kostet es den Händler?
Standard-Routing in Deutschland, wenn die Karte die Girocard-Applikation anbietet.
Kunde wählt aktiv „Kreditkarte" oder die Girocard-Applikation fehlt/ist deaktiviert.
Wallets hinterlegen die Co-Badge der Karte, nicht die Girocard-Applikation — unabhängig vom Terminal.
Girocard vs. Visa/Mastercard: der entscheidende Unterschied für Händler
Hier wird es für Händler relevant. Die Gebührenstrukturen sind grundlegend verschieden:
| Kartentyp | Scheme | Interchange-Deckel | Typische Händlergebühr |
|---|---|---|---|
| Girocard | Deutsche Kreditwirtschaft | kein EU-IFR-Deckel | 0,2–1,0 % |
| Visa/MC Debit (EU) | Visa / Mastercard | 0,20 % (IFR) | 0,3–1,0 % |
| Visa/MC Kredit (EU) | Visa / Mastercard | 0,30 % (IFR) | 0,7–1,5 % |
| Visa/MC (non-EU) | Visa / Mastercard | nicht gedeckelt | 1,5–3,5 % |
Die Girocard ist trotz fehlendem EU-Deckel günstig, weil das deutsche Domestic-Scheme historisch niedrige Interbankenentgelte hat. In der Praxis berechnen Anbieter wie SumUp und Zettle einen Einheitssatz (1,39 %) auf alle Kartenarten — Girocard-Transaktionen sind damit nicht günstiger als Kreditkartenzahlungen.
Wichtig für Händler: Wenn ein Kunde mit einer neueren Karte zahlt, die Girocard + Visa Debit trägt, entscheidet das Terminal, welches Scheme genutzt wird. In Deutschland wird standardmäßig Girocard bevorzugt — günstiger für den Händler. Stellt der Kunde auf “Kreditkarte” um oder nutzt er Visa/Mastercard kontaktlos ohne Girocard-Chip, wird das teurere internationale Scheme abgewickelt.
Wie erkenne ich, ob mein Kunde mit Girocard oder Visa/Mastercard zahlt?
In der Praxis ist das für den Händler am Terminal oft nicht direkt sichtbar — das Kassensystem wählt den günstigsten Weg (Girocard) automatisch, wenn die Karte es unterstützt. Auf der Abrechnung zeigt ein guter Acquirer die Aufschlüsselung nach Kartentyp.
Wer ein Interchange++-Modell nutzt (transparente Gebühren), sieht den Unterschied direkt: Girocard-Transaktionen sind günstiger als Visa/Mastercard-Transaktionen. Beim Einheitssatz (SumUp, Flatpay) zahlt man immer gleich viel — egal ob Girocard oder Amex.
Girocard im Ausland: wo sie funktioniert, wo nicht
Die Girocard ist ein deutsches Domestic-Scheme — das ist ihre Stärke im Inland und ihre Grenze im Ausland.
Außerhalb Deutschlands wird Girocard nur in sehr wenigen Ländern akzeptiert. Offizielle bilaterale Akzeptanzabkommen existieren mit einigen europäischen Partnern (u.a. Luxemburg), aber in der Praxis ist die Girocard-Funktion im Ausland kaum zuverlässig einsetzbar. Händler in Spanien, Österreich oder den Niederlanden haben keine Girocard-Terminals.
Die Co-Badge übernimmt die Auslandsfunktion:
Was früher Maestro löste (internationale Akzeptanz), löst jetzt Visa Debit oder Mastercard Debit. Wer eine Co-Badge-Karte hat, zahlt im Ausland über das internationale Scheme — das funktioniert überall, wo Visa oder Mastercard akzeptiert wird.
Für Händler mit internationalem Kundenstamm (Hotels, Messen, Tourismusgebiete) hat das eine direkte Konsequenz:
- EU-Touristen zahlen mit Visa Debit oder Mastercard Debit — IFR-gedeckelt (0,20 % / 0,30 %)
- Nicht-EU-Touristen zahlen mit Visa Credit oder Mastercard Credit — ungedeckelt, bis 3,5 %
- Ein Einheitstarif kann hier günstiger sein als ein Interchange++-Tarif, der das Non-EU-Risiko ungepuffert durchreicht
Girocard mit Apple Pay und Google Pay
Kontaktloses Bezahlen per Smartphone ist bei deutschen Kunden zunehmend verbreitet — aber die Girocard verhält sich in Smartphone-Wallets anders als eine Kreditkarte.
Kreditkarten in Apple Pay nutzen Tokenisierung: Eine virtuelle Kartennummer ersetzt die echte Kartennummer, die Transaktion läuft über Visa oder Mastercard. Die Girocard funktioniert anders. Sie nutzt ein eigenes NFC-Verfahren (“Girocard kontaktlos”), das Banken separat für Apple Pay oder Google Pay freischalten müssen.
Das Ergebnis: Nicht jede Bank, die Apple Pay anbietet, unterstützt auch die Girocard darin. Viele Direktbanken haben Apple Pay zunächst nur für ihre Mastercard oder Visa Debit aktiviert, nicht für die Girocard. Kunden dieser Banken zahlen per Smartphone also immer über Visa/Mastercard — auch wenn sie physisch eine Girocard haben.
Was das für Händler bedeutet:
Zahlt ein Kunde mit seinem iPhone oder Android-Gerät am Terminal, läuft die Transaktion in den meisten Fällen über Visa Debit oder Mastercard Debit, nicht über Girocard — selbst wenn das Terminal Girocard priorisieren würde. Der Händler zahlt den höheren Scheme-Satz.
Bei Einheitstarifen ist das irrelevant. Bei Interchange++ ist es ein Kostenpunkt, der mit wachsender Smartphone-Payment-Nutzung zunimmt.
Girocard und Online-Zahlung
Im Online-Handel ist die Girocard traditionell schwach vertreten. Der Grund: Girocard wurde für den stationären Einsatz entwickelt und hatte lange keine standardisierte Online-Authentifizierung. Giropay sollte diese Lücke schließen — ein Online-Verfahren auf Basis von SEPA-Überweisungen mit Girocard-Login — wurde aber 2024 eingestellt.
Die Nachfolgelösung heißt Wero: SEPA Instant, direkte Banking-App-Integration, kein Interchange. Für Online-Shops relevant, sobald die Nutzerbasis gewachsen ist. Erste Banken rollen Wero aktiv aus; die Akzeptanz bei Händlern wächst langsam.
Für stationäre Händler ohne Online-Shop ist das kein Thema — Girocard funktioniert am physischen Terminal weiterhin zuverlässig.
Für welche Händler lohnt sich Girocard-Optimierung am meisten?
Nicht für jeden Händler ist die Wahl des Schemes gleich viel wert. Die Faustregel: Je einheimischer der Kundenstamm und je höher der Umsatz, desto relevanter wird die Girocard-Optimierung.
Profitiert stark von Girocard-Fokus:
- Lebensmitteleinzelhandel, Discounter, Drogerien (Girocard-Anteil 70–80 %)
- Bäckereien, Metzgereien, lokale Fachgeschäfte mit deutschem Stammkunden
- Alle Händler mit Interchange++-Tarif (dort wird der Unterschied in der Abrechnung sichtbar)
Profitiert weniger:
- Hotels, Restaurants in Touristiklagen (hoher Ausländeranteil = viele Non-EU-Karten)
- Online-Shops (Girocard am POS irrelevant)
- Händler mit Einheitstarif — der Girocard-Vorteil ist eingepreist, aber nicht sichtbar
Einheitstarif vs. Interchange++:
Beim Einheitstarif zahlt man immer gleich viel — egal ob Girocard, Visa Debit oder Amex. Der Anbieter trägt das Risiko teurer Non-EU-Karten, preist es aber über alle Transaktionen ein. Für Händler mit sehr hohem Girocard-Anteil ist das oft nachteilig: Sie subventionieren die teuren Karten anderer Händler mit.
Beim Interchange++-Tarif zahlt man den tatsächlichen Scheme-Satz plus eine feste Marge. Girocard-Transaktionen sind dann spürbar günstiger als Kreditkartentransaktionen. Der Nachteil: Abrechnung ist komplexer, und bei vielen internationalen Kunden kann die Rechnung höher ausfallen als beim gedeckelten Einheitstarif.
Konkrete Rechnung bei 10.000 € Monatsumsatz, 70 % Girocard-Anteil:
- SumUp Einheitssatz (1,39 %): 139 €/Monat
- myPOS One (1,29 %): 129 €/Monat → ~120 € Ersparnis pro Jahr
- Interchange++-Tarif: Girocard-Transaktionen bei ~0,40–0,60 %, Kreditkarten bei 0,80–1,20 % → bei überwiegend deutschen Kunden deutlich günstiger
Der Kostenrechner rechnet beides für dein konkretes Kartenmix-Profil durch.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- EC-Karte = veralteter Name, Girocard = aktuell seit 2007
- Maestro seit 2023 durch Visa/Mastercard Debit ersetzt, läuft bis Ende 2027 aus
- Girocard deckt 60–70 % aller Kartenzahlungen in Deutschland ab
- Co-Badging: Terminal routet standardmäßig auf Girocard — außer bei Smartphone-Zahlung
- Bei Interchange++-Tarif lohnt sich Girocard-Optimierung; bei Einheitstarif nicht sichtbar
→ Girocard vs. Maestro: Was das Maestro-Aus für Händler bedeutet → Wero: Das neue Online-Zahlungsmittel erklärt → Kartenzahlungsgebühren im Detail → Interchange erklärt: Was steckt hinter den Gebühren? → Kartennummer und BIN: Aufbau einer Bankkarte erklärt → Alle Kartenleser im Vergleich
Häufige Fragen
Muss ich als Händler Girocard akzeptieren?
Nein. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, Kartenzahlung anzubieten — und erst recht keine Pflicht, ein bestimmtes Kartensystem zu akzeptieren. In der Praxis ist Girocard im deutschen stationären Handel aber de facto Standard: Ein Terminal ohne Girocard würde einen Großteil der deutschen Kundschaft von bargeldloser Zahlung ausschließen.
Was ist der Unterschied zwischen Girocard und EC-Karte?
Nur der Name. "EC-Karte" ist der umgangssprachliche Begriff aus dem früheren Eurocheque-System. Seit 2007 heißt das System offiziell Girocard. Die Karte und das Zahlungsverfahren dahinter sind identisch.
Warum ist Girocard günstiger als Kreditkarte für Händler?
Die Girocard ist ein deutsches Domestic-Scheme — kein internationales Visa- oder Mastercard-Netzwerk. Dadurch entfallen Lizenzgebühren an internationale Netzwerke, und das Interbankenentgelt ist historisch niedrig. Visa und Mastercard Debit unterliegen zwar dem EU-IFR-Deckel (0,20 % für Debit), aber dazu kommen Scheme-Fees und Verarbeitungsmargen des Acquirers, die die Gesamtbelastung erhöhen.
Was passiert, wenn mein Kunde mit einer Dual-Badge-Karte (Girocard + Visa Debit) kontaktlos zahlt?
Das Terminal wählt nach hinterlegter Priorität. In Deutschland ist die Standardkonfiguration meist: Girocard bevorzugt, solange die Karte es unterstützt. Der Händler zahlt dann den günstigeren Girocard-Satz. Zahlt der Kunde per Smartphone (Apple Pay, Google Pay), läuft die Transaktion über Visa Debit oder Mastercard Debit.
Kann ich als Händler einen Mindestbetrag für Kartenzahlung festlegen?
Grundsätzlich ja — es gibt keine gesetzliche Untergrenze. Viele Händler setzen Mindestbeträge (z.B. 5 € oder 10 €) für Kartenzahlungen. Ob das vertraglich mit dem eigenen Acquirer erlaubt ist, steht in den jeweiligen AGB.
Was kommt nach Maestro?
Neue Girocards tragen statt des Maestro-Logos ein Visa Debit- oder Mastercard Debit-Co-Badge. Für Alltagszahlungen in Deutschland ändert sich für Händler nichts. Bestehende Maestro-Karten laufen bis Ende 2027. Terminals, die Girocard akzeptieren, akzeptieren auch die neue Co-Badge ohne Anpassungsbedarf.
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Modellrechnung auf 1 Jahr, ohne Mindestlaufzeiten oder Wechselkosten außer Hardware. Dein aktueller Tarif wird als Einheitssatz auf den gesamten Kartenumsatz angenommen; bei den Alternativen rechnen wir mit einem Standard-Kartenmix (65 % Girocard, 30 % Visa/Mastercard, 5 % American Express). Für eine Berechnung mit deinem eigenen Kartenmix und Mehrjahresvergleich nutze den ausführlichen Kostenrechner.