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SumUp Geschäftskonto: Was der Business Account wirklich bringt

SumUp Business Account: kostenloses Geschäftskonto mit Debitkarte und 0,99 % Transaktionsgebühr. Was es leistet — und wann Qonto oder Holvi sinnvoller ist.

Von Ulf Mayer 08. Juli 2026 4 Min. Lesezeit
Laptop mit Online-Banking — SumUp Geschäftskonto und Business Account im Überblick

SumUp ist vor allem als Kartenleserhersteller bekannt. Weniger bekannt: Das Unternehmen bietet seit einigen Jahren auch ein eigenes Geschäftskonto an — den SumUp Business Account. Wer sein Zahlungskonto bei SumUp führt, zahlt statt 1,39 % nur noch 0,99 % Transaktionsgebühr.

Ob sich das lohnt, was der Account kann — und wann ein vollwertiges Geschäftskonto bei Qonto, Holvi oder der Hausbank die bessere Wahl ist.

Was ist der SumUp Business Account?

Der Business Account ist kein vollwertiges Bankkonto, sondern ein E-Geld-Konto — vergleichbar mit Wise oder Revolut Business. Es gibt:

  • Eine eigene IBAN (DE)
  • Eine Mastercard Business Debitkarte für Ausgaben
  • Direktes Settlement der Kartenzahlungen aufs SumUp-Konto
  • Reduzierte Transaktionsgebühr: 0,99 % statt 1,39 %
  • Keine Kontoführungsgebühr

Das Konto wird in der SumUp-App verwaltet — kein separates Login, keine zweite App. Eingehende Zahlungen vom Kartenlesegerät landen direkt auf der SumUp-IBAN.

Was der Account nicht ist: Kein klassisches Geschäftskonto mit Kreditrahmen, Lastschrifteinzug für Daueraufträge oder DATEV-Integration. SumUp ist lizenziertes E-Geld-Institut, kein Kreditinstitut — das bedeutet andere gesetzliche Einlagensicherung und eingeschränkte Funktionen gegenüber einer klassischen Bank.

Wann rechnet sich der Business Account?

Der entscheidende Vorteil liegt in der günstigeren Transaktionsgebühr. Bei einem monatlichen Kartenumsatz von 5.000 €:

VarianteGebührMonatskostenJahreskosten
SumUp ohne Account1,39 %69,50 €834 €
SumUp mit Business Account0,99 %49,50 €594 €
Ersparnis20 €/Mt240 €/Jahr

Bei 10.000 €/Monat Kartenumsatz sind es bereits 480 € Ersparnis pro Jahr. Das ist ein realer Unterschied — ohne Vertragsänderung, nur durch das Einrichten des kostenlosen Kontos.

Beispielrechnung Breakeven: Wer monatlich über ~2.500 € per Karte kassiert, spart durch die günstigere Gebühr mehr als der Aufwand kostet (nämlich keinen — das Konto ist kostenlos). Die Frage ist nicht, ob es sich rechnet, sondern ob das Konto die eigenen Anforderungen erfüllt.

Was das Konto kann

Eingehende Zahlungen: Kartenumsätze landen automatisch auf der SumUp-IBAN. Auszahlung auf ein externes Konto ist jederzeit kostenfrei per SEPA-Überweisung möglich.

Mastercard Business Debitkarte: Für Betriebsausgaben — Einkäufe beim Großhändler, Tankrechnung, Online-Bestellungen. Kontaktlos-Zahlung mit Apple Pay und Google Pay wird unterstützt.

Überweisungen senden und empfangen: Standard-SEPA-Überweisungen, keine Echtzeitüberweisung (SEPA Instant) im Standard.

Transaktionshistorie: Alle Ein- und Ausgänge in der SumUp-App, exportierbar als CSV.

Was das Konto nicht kann

Das SumUp Business Account ist kein Ersatz für ein vollwertiges Geschäftskonto bei einer Bank oder einem Fintech wie Qonto. Folgendes fehlt:

  • DATEV-Export: Keine direkte Buchführungsschnittstelle — für Steuerberater muss manuell exportiert werden
  • Lastschriften: Keine Abbuchungsgenehmigungen für Daueraufträge oder automatische Zahlungen
  • Kreditrahmen / Überziehung: E-Geld-Konten funktionieren ohne Kreditlinie
  • Einlagensicherung nach ESDC: Als E-Geld-Institut gilt eine andere (in der Regel geringere) Absicherung als bei einer klassischen Bank
  • Mehrkontenverwaltung / Teamzugang: Eingeschränkte Verwaltungsmöglichkeiten für mehrere Nutzer

Vergleich: SumUp Business Account vs. Qonto vs. Holvi

SumUp Business AccountQontoHolvi
Monatliche Gebührkostenlosab 14 €ab 9 €
IBANDEDEDE/FI
DebitkarteMastercardMastercardMastercard
DATEV-Exportneinjaeingeschränkt
Buchhaltungs-Appneinintegriertintegriert
Lastschriftenneinjaja
Mehrkontenverwaltungeingeschränktjaeingeschränkt
Kartenleser-Integrationnativ (SumUp)über APInein
Kreditrahmenneinoptionalnein

Qonto richtet sich an Unternehmen, die ihre gesamte Buchhaltung integrieren wollen — DATEV-Export, Belegerfassung, Teamkonten. Der Preis beginnt bei 14 €/Monat. Wer ohnehin SumUp als Kartenleser nutzt und ein separates, vollwertiges Geschäftskonto mit Steuerberater-Integration will, kombiniert SumUp (für die Transaktionsgebühr) mit Qonto (für die Kontoführung) — und überweist Umsätze täglich oder wöchentlich.

Holvi liegt preislich zwischen SumUp und Qonto, bietet eine integrierte Rechnungssoftware und eignet sich besonders für Selbstständige ohne Angestellte.

Für wen lohnt sich das SumUp Business Account?

Das Konto empfiehlt sich, wenn:

  • SumUp bereits als Kartenleser im Einsatz ist
  • Monatsumsatz über 2.000 € per Karte — die 0,99 % rechnen sich sofort
  • Einfache Buchführung ausreicht (kein DATEV-Export nötig)
  • Schneller Start ohne Kontoeröffnung bei einer weiteren Bank gewünscht

Lieber ein separates Konto, wenn:

  • Steuerberater DATEV-Export benötigt → Qonto
  • Daueraufträge und Lastschriften nötig → klassische Bank oder Qonto
  • Mehrere Mitarbeiter Kontozugang brauchen → Qonto
  • Kreditlinie oder Kontokorrent nötig → klassische Bank

Einrichten: So geht es

  1. SumUp-App öffnen → Menü → „Business Account”
  2. Identitätsprüfung per Personalausweis (VideoIdent, ca. 5 Minuten)
  3. IBAN wird sofort ausgestellt
  4. Debitkarte kommt per Post (ca. 5–7 Werktage)
  5. Ab diesem Moment gilt automatisch 0,99 % Transaktionsgebühr

Der Umstieg ist reversibel — wer das Konto nicht weiter nutzen will, kann es schließen und kehrt zur Standard-Gebühr zurück.

Fazit

Das SumUp Business Account ist kein vollwertiges Geschäftskonto — aber das ist auch nicht sein Zweck. Es ist eine clevere Ergänzung für SumUp-Nutzer, die ihre Transaktionsgebühr von 1,39 % auf 0,99 % senken wollen, ohne auf ein anderes Terminal zu wechseln.

Wer seine Buchhaltung professionell führt, einen Steuerberater hat und DATEV-Export braucht, kommt um ein separates Konto (z. B. Qonto) nicht herum — kann aber trotzdem von der günstigeren SumUp-Gebühr profitieren und Umsätze regelmäßig überweisen.

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