Taxi mit Karte zahlen: Was Fahrgäste und Taxifahrer wissen müssen · Zahlungskompass
Zahlungskompass Echte Kosten berechnen
← Ratgeber Ratgeber

Taxi mit Karte zahlen: Was Fahrgäste und Taxifahrer wissen müssen

Kann man im Taxi mit Karte zahlen? Muss ein Taxi Kartenzahlung anbieten? Und welches Gerät eignet sich für Taxifahrer? Alles zur Kartenzahlung im Taxi — von der Rechtslage bis zum günstigsten Kartenleser.

Von Ulf Mayer Aktualisiert 04. Juni 2026 5 Min. Lesezeit
Mobiles Kartenterminal — ideal für Taxifahrer und mobile Dienstleister

Wer ein Taxi nimmt, hat oft kein Bargeld dabei — und erwartet, mit Karte zahlen zu können. In der Praxis ist das in Deutschland jedoch keine Selbstverständlichkeit: Einige Taxifahrer akzeptieren Karten, andere nicht, und die Rechtslage ist je nach Stadt unterschiedlich. Hier ist der vollständige Überblick — für Fahrgäste und Taxifahrer.

Kann man im Taxi mit Karte zahlen?

Kurze Antwort: Das kommt auf Stadt und Fahrer an.

In Deutschland gibt es keine bundesweite gesetzliche Pflicht zur Kartenakzeptanz im Taxi. Die Regelung liegt bei den Kommunen. Einige Städte haben über die Taxiordnung eine Kartenzahlungspflicht eingeführt — darunter Berlin, Hamburg und München, wo Taxis ein Zahlterminal mitführen müssen.

In anderen Städten ist Kartenzahlung freiwillig. Ob ein Taxi Karte akzeptiert, erkennst du oft am Aufkleber an der Scheibe — oder du fragst vor Fahrtantritt.

Wichtig für Fahrgäste: Wenn du Karte zahlen möchtest und das Taxi kein Terminal hat, musst du Bargeld zahlen oder dir ein anderes Taxi suchen. Eine Pflicht zur Kartenakzeptanz besteht nur dort, wo die Taxiordnung der Stadt es vorschreibt.

Warum bieten manche Taxifahrer keine Kartenzahlung an?

Historisch waren die Gründe: Terminalkosten, monatliche Gebühren, Abrechnungsaufwand. Diese Argumente gelten heute nicht mehr. Moderne Kartenleser kosten einmalig 29–49 € ohne Monatspauschale, sind in Minuten eingerichtet und funktionieren überall mit dem Smartphone.

Wer als Taxifahrer noch kein Terminal hat, zahlt nicht zu wenig — er verliert Fahrgäste an Konkurrenten mit Terminal. Das Fahrgast-Erlebnis entscheidet heute häufig über Bewertungen und Folgeaufträge.

Taxi-Apps: Uber und FREE NOW (ehemals mytaxi)

Wer über eine App bucht, umgeht die Kartenzahlungsfrage komplett — Zahlung läuft automatisch über die App.

FREE NOW ist die größte Taxi-App in Deutschland und entstand 2019 aus dem Zusammenschluss von mytaxi, Kapten und anderen europäischen Diensten. Fahrgäste können wählen: entweder direkt in der App bezahlen (Kreditkarte, PayPal, Apple Pay) oder bar beim Fahrer. Bei App-Zahlung wird der Betrag nach der Fahrt automatisch abgebucht — kein Terminal, keine Diskussion. Für Taxifahrer bedeutet FREE NOW eine zusätzliche Auftragsquelle; bei App-Zahlungen erhält der Fahrer den Betrag direkt, abzüglich einer Provision von rund 15–20 %.

Uber funktioniert in Deutschland anders als in vielen anderen Ländern: Uber arbeitet nicht mit eigenen Fahrern, sondern ausschließlich mit lizenzierten Mietwagenunternehmen und Chauffeurdienstleistern. Das Angebot ist auf Großstädte wie Berlin, Hamburg, München und Frankfurt beschränkt. Zahlung erfolgt ausschließlich über die App — Bargeld akzeptiert Uber nicht. Für Fahrgäste bedeutet das: volle Preis-Transparenz vor Fahrtantritt, kein Terminal, automatische Quittung. Für klassische Taxifahrer ist Uber kein direkter Vertriebskanal, da nur Mietwagenfahrer auf die Plattform aufgenommen werden.

Was das für Fahrgäste bedeutet: In Städten mit gutem Uber- oder FREE NOW-Angebot ist die Kartenzahlungsfrage beim Taxi obsolet. Die App übernimmt das. Für Fahrten abseits der großen Städte oder zu Stoßzeiten mit langen App-Wartezeiten bleibt das klassische Taxi mit eigenem Terminal die bessere Wahl.

Was das für Taxifahrer bedeutet: Fahrgäste, die keine Möglichkeit zur Kartenzahlung haben, weichen auf Apps aus — dauerhaft. Ein eigenes Terminal hält diese Kunden im klassischen Taxi und reduziert die Abhängigkeit von Plattformprovisionen.

Welches Kartenlesegerät eignet sich für Taxifahrer?

Taxifahrer brauchen ein Gerät, das mobil, zuverlässig und schnell funktioniert. Die wichtigsten Anforderungen:

  • Akku-Laufzeit: Ein Gerät muss eine Schicht durchhalten — 8–12 Stunden
  • LTE/WiFi: Unabhängig von einem festen Netz, auch in Funklöchern funktionsfähig
  • Schnelle Abwicklung: Kontaktlos unter 3 Sekunden
  • Trinkgeld-Funktion: Kann der Fahrgast Trinkgeld per Karte geben?
AnbieterGerätAkkuTrinkgeldPreis
SumUpSumUp Solo / Solo Lite~8 hja79–139 €
myPOSmyPOS Go 2~8 hja29 €
ZettleZettle Terminal~8 hja199 €
SumUpSumUp Air (Bluetooth)abhängig vom Handyja34 €

Empfehlung für Einsteiger: SumUp Air (34 €) gekoppelt mit dem eigenen Smartphone ist die günstigste Lösung mit null Monatspreis. Wer ein eigenständiges Gerät ohne Smartphone-Abhängigkeit bevorzugt: myPOS Go 2 für 29 € ist das günstigste vollwertige eigenständige Terminal.

Was kostet Kartenzahlung im Taxi?

Die Transaktionsgebühr gilt auf den Fahrpreis:

AnbieterGirocardVisa/MCAmex
SumUp1,39 %1,39 %1,39 %
myPOS0,90 %1,30 %2,50 %
Zettle0,95 %2,75 %2,75 %

Bei einer Durchschnittsfahrt von 12 € sind das zwischen 11 und 17 Cent Gebühr — ein vernachlässigbarer Betrag. Wer die Kosten auf den Fahrgast umlegen möchte: Das ist laut Visa/Mastercard-Händlervertrag nicht erlaubt (kein Aufschlag für Kartenzahlung). Viele Städte haben das zusätzlich explizit in der Taxiordnung verboten.

Trinkgeld per Karte: Funktioniert das?

Ja — alle gängigen Taxi-tauglichen Kartenleser unterstützen eine Trinkgeld-Funktion. Nach der Zahlung erscheint auf dem Display eine Trinkgeld-Abfrage, der Fahrgast wählt einen Betrag oder Prozentsatz. Das Trinkgeld wird direkt mit der Hauptzahlung abgewickelt und separat ausgewiesen.

Wichtig für die Buchhaltung: Trinkgeld ist steuerfrei, wenn es direkt vom Fahrgast an den Fahrer geht und nicht über das Unternehmen läuft. Bei selbstständigen Taxifahrern ist das in der Regel unproblematisch.

Fazit

Taxi-Kartenzahlung ist technisch und wirtschaftlich gelöst — das Haupthindernis war nie die Technik, sondern die Gewohnheit. Ein modernes Terminal kostet weniger als eine Tankfüllung, hat keine Monatspauschale und steigert die Bewertungen auf Taxi-Apps und Google. Für Taxifahrer in Städten mit Kartenzahlungspflicht ist die Frage ohnehin entschieden.

Alle Kartenlesegeräte im VergleichWas kostet Kartenzahlung? KostenrechnerTap to Pay: Smartphone als Terminal nutzen

Transparenz: Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wie das funktioniert und warum es unsere Bewertungen nicht beeinflusst, erklären wir auf der Seite Finanzierung & Transparenz.