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Bondrucker: Modelle, Thermopapier und was ein Kassendrucker wirklich kostet

Welcher Bondrucker passt zur Kasse? Standalone-Drucker, Terminal mit integriertem Druck oder digitaler Bon — Modelle, laufende Kosten und die ehrliche Abwägung im Überblick.

Von Ulf Mayer Aktualisiert 04. Juni 2026 10 Min. Lesezeit
Kassensystem mit Bondrucker an einem POS-Terminal — Standard in Einzelhandel und Gastronomie

Seit der Kassenbonpflicht muss bei jeder Transaktion an einer elektronischen Kasse ein Beleg ausgestellt und angeboten werden. Die Frage, wie dieser Beleg ausgestellt wird, hat drei Antworten: ein eigenständiger Bondrucker, ein Kartenterminal mit integriertem Drucker oder ein digitaler Bon. Welche Lösung passt, hängt von Betriebstyp, bestehendem Kassensystem und den tatsächlichen Kosten über mehrere Jahre ab.

Was ist ein Bondrucker?

Ein Bondrucker (auch: Kassenbondrucker, POS-Drucker, Belegdrucker) ist ein Spezialdrucker, der Kassenbons, Quittungen und Belege druckt. Er ist auf Dauerbetrieb ausgelegt — ein typisches Gerät hält 150 Millionen Linienstöße oder mehr, was bei normaler Nutzung viele Jahre entspricht.

Fast alle modernen Bondrucker arbeiten nach dem Thermoprintverfahren: Ein erhitzter Druckkopf aktiviert eine wärmeempfindliche Beschichtung auf dem Papier, ohne Tinte oder Toner. Das macht sie wartungsarm, leise und schnell.


Thermopapier: Wie es funktioniert und was es kostet

Wie Thermopapier funktioniert

Thermopapier ist mit einer chemischen Beschichtung überzogen, die bei Wärme dunkel wird. Der Druckkopf enthält eine Zeile winziger Heizelemente, die punktgenau aktiviert werden — so entsteht das Druckbild ohne Verbrauchsmaterial außer dem Papier selbst.

BPA-Regelung seit 2020

Bis 2020 enthielten viele Thermorollen Bisphenol A (BPA), ein hormonähnlicher Stoff, der über die Haut aufgenommen werden kann. Seit Januar 2020 ist BPA in Thermopapier in der EU verboten. Alle aktuell verkauften Thermorollen sind BPA-frei — viele auch frei von BPS und BPF, den häufigsten Ersatzstoffen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft phenolfreie Thermorollen.

Rollengrößen und Kompatibilität

FormatTypischer Einsatz
80 mm × 80 mStandard für stationäre Bondrucker (Einzelhandel, Gastronomie)
80 mm × 50 mSparsamere Füllhöhe, gleicher Drucker
57 / 58 mm × 40–50 mIntegrierte Drucker in Kartenterminals, mobile Drucker

Rollendurchmesser (Kernloch + Außendurchmesser) beim Hersteller prüfen — nicht jede 80-mm-Rolle passt in jeden 80-mm-Drucker.

Was Thermopapier im Jahr kostet

Bei einem mittelgroßen Betrieb mit ca. 80–120 Transaktionen täglich reicht eine 80-m-Rolle etwa 3–5 Tage.

BetriebsgrößeRollen/MonatKosten/Monat (ca.)Kosten/Jahr (ca.)
Klein (30 Bons/Tag)2–33–5 €35–60 €
Mittel (80 Bons/Tag)6–89–13 €110–155 €
Groß (200 Bons/Tag)15–2022–30 €265–360 €

Preisbasis: BPA-freie 80-mm-Rollen im 20er-Pack à ca. 35–45 €.


Eigenständige Bondrucker: Die wichtigsten Modelle

Einstieg: Star TSP100III futurePRNT — ab ca. 150 €

Der Star TSP100III ist einer der meistverkauften Einsteiger-Bondrucker in Europa. 250 mm/s, automatischer Papierschneider (Autocutter), USB oder Ethernet. Die „futurePRNT”-Software erlaubt individuelle Bon-Layouts.

Gut für: Kleine Betriebe, Foodtrucks mit fester Station, erste Kasse.


Mittelklasse: Epson TM-T20III — ca. 180–220 €

Kompakt, zuverlässig, preiswert: Der Epson TM-T20III ist die meistverkaufte Mittelklasse-Option aus dem Hause Epson. 250 mm/s, Autocutter, USB oder Ethernet. Kompatibel mit praktisch jeder Kassensoftware, da Epson-Treiber universell unterstützt werden.

Gut für: Einzelhandel, Imbiss, kleine Gastronomie, Standard-Kasseninstallationen.


Obere Mittelklasse: Epson TM-T88VII — ca. 350–450 €

Das meistverkaufte Bondrucker-Modell weltweit. 500 mm/s, USB + Ethernet + Serial + NFC in einem Gerät, extrem robuste Mechanik für Dauerbetrieb. Unterstützt Cloud-Printing und WLAN (optionales Interface).

Gut für: Gastronomie mit hohem Bon-Aufkommen, Filialbetriebe, professionelle Installationen.


Kompakt: Epson TM-30III — ca. 200–250 €

Deutlich kleiner als der T88, gleiche Druckqualität, USB + Ethernet + WLAN ab Werk. Erste Wahl wenn der Platz an der Kasse knapp ist oder eine iPad-Kasse verwendet wird.

Gut für: Kioske, Cafés, Tresen mit wenig Platz, Tablet-Kassen.


Günstige Alternative: Citizen CT-S310II — ca. 150–190 €

220 mm/s, Autocutter, USB/Ethernet. Solide Verarbeitung, aber etwas geringere Verbreitung im deutschen Markt — Treiber-Support bei exotischeren Kassensystemen vorab prüfen.

Gut für: Betriebe mit preissensiblem Budget und gängigen Kassensystemen.


Schnittstellen: Was passt zu welchem Aufbau?

SchnittstelleBeschreibungEmpfehlung
USBKabelverbindung direkt zum KassensystemNur für feste Ein-PC-Kassen
Ethernet (LAN)Einbindung ins Netzwerk, mehrere Geräte können druckenStandard für professionelle Installationen
WLANKabelloser Betrieb im lokalen NetzFür iPad-/Tablet-Kassen, mobilen Kassenaufbau
BluetoothDirekte Kopplung mit Tablet oder SmartphoneMobile Setups, begrenzte Reichweite
Serial (RS-232)Legacy-Schnittstelle älterer KassensystemeNur wenn ältere Hardware das vorschreibt

Empfehlung: Ethernet, wo möglich. Der Drucker ist dann vom einzelnen Endgerät unabhängig erreichbar — relevant bei Netzwerkinstallationen und wenn später ein zweites Terminal hinzukommt. LAN-Kabel direkt zum POS-Gerät bleibt die stabilste Verbindungsart überhaupt.


Kartenterminals mit integriertem Bondrucker

Eine Alternative zum eigenständigen Drucker sind Kartenterminals, die Zahlung und Belegdruck in einem Gerät vereinen. Sie sind vor allem im mobilen Segment verbreitet, tauchen aber auch an stationären Kassen auf.

Aktuelle Modelle mit integrierten Druckern

SumUp Solo mit Drucker (~249 €): SumUps Flaggschiff kombiniert LTE-Terminal mit einem integrierten Thermo-Bondrucker. Komplett autark, kein separates Gerät nötig. Druckt 58-mm-Bons direkt am Terminal. Gut für mobile Händler ohne separate Kassensoftware.

Zettle Terminal 2 (~199 €): Zettle integriert einen Bondrucker direkt ins Terminal — eigenständig, mit Akku, kein Smartphone nötig. Wie beim SumUp: 58-mm-Papierformat, Druckgeschwindigkeit deutlich unter der eines eigenständigen Druckers.

myPOS Pro (~349 €): Android-basiertes Terminal mit integriertem Drucker, eigener SIM-Karte und WLAN. Für Betriebe die Mobilität und Kassenfunktion kombinieren wollen.

PAX A920 Pro (über Acquirer, z. B. Flatpay/Nexi): Professionelles Touchscreen-Terminal mit integriertem Drucker, Android-OS und breiter App-Unterstützung. Wird von mehreren Acquirern als Mietgerät angeboten.

Vorteile integrierter Drucker

  • Ein Gerät, kein Setup: Keine separate Verbindung zwischen Kasse und Drucker nötig
  • Mobilität: Komplett portabler Betrieb — Terminal und Drucker wandern mit
  • Geringere Anfangsinvestition: Kein getrennter Druckerkauf nötig
  • Weniger Kabel, weniger Platzbedarf: Besonders vorteilhaft an kleinen Tresen

Nachteile integrierter Drucker

  • Druckgeschwindigkeit: Integrierte Drucker schaffen typisch 50–80 mm/s — ein Epson TM-T88VII druckt bis zu 500 mm/s. Bei hohem Bon-Aufkommen spürbar.
  • Kleineres Papierformat: 58 mm statt 80 mm — weniger Platz für Pflichtangaben und Werbeinhalte, Rollen teurer pro Meter als 80-mm-Standard.
  • Abhängigkeit: Fällt das Terminal aus, fällt auch der Drucker aus — und umgekehrt. Reparatur oder Ersatz betrifft immer beide Funktionen gleichzeitig.
  • Kein Teilen: Ein integrierter Drucker gehört zu einem Terminal. Ein eigenständiger Netzwerk-Drucker kann von mehreren Kassen gleichzeitig angesprochen werden.
  • Kein Kassensystem: Terminals wie SumUp Solo oder Zettle Terminal sind Zahlungsgeräte, keine vollständigen Kassensysteme. Wer Artikelverwaltung, Tagesabschluss, Berichte oder TSE-konforme Buchführung braucht, kommt damit nicht weit.

Wann integrierter Drucker, wann eigenständig?

SituationEmpfehlung
Marktstand, Foodtruck, mobiler HandelIntegriertes Terminal (SumUp Solo, Zettle Terminal)
Gastronomie, Einzelhandel mit KassensystemEigenständiger Bondrucker
Hoher Bon-Durchsatz (100+/Tag)Eigenständiger Drucker (Geschwindigkeit)
Mehrere Kassenpunkte, ein DruckerEigenständiger Netzwerk-Drucker
Kein Platz, kein Kabel gewünschtIntegriertes Terminal

Digitaler Bon: Die echten Kosten im Überblick

Seit einem BMF-Schreiben von 2021 sind digitale Belege rechtlich erlaubt — per QR-Code, E-Mail oder App, sofern alle Pflichtangaben enthalten sind und der Bon dem Kunden aktiv angeboten wird. Was einfach klingt, hat in der Praxis mehrere Kostenpositionen, die oft unterschätzt werden.

Voraussetzung: Kassensoftware mit Unterstützung

Digitale Bons sind kein Feature, das man einzeln zuschaltet. Das Kassensystem muss QR-Bons, E-Mail-Versand oder eine Bon-URL aktiv unterstützen. Moderne Cloud-Kassensysteme (orderbird, ready2order, Lightspeed, Vectron Cloud) bieten das in der Regel ab.

Ältere oder günstige Kassensoftware ohne diese Funktion: Hier wird ein Update oder ein Systemwechsel nötig. Das kann je nach System bedeuten:

  • Kostenpflichtiges Upgrade: Einmalig 200–800 € bei Einmalkauf-Software, wenn der Hersteller das Feature nachgerüstet hat
  • Systemwechsel: Wenn die Altlösung das Feature nicht bekommt, fallen Migrationskosten an: neue Software, Datenmigration, Neueinrichtung — realistisch 500–2.000 € Aufwand

SaaS-Kassensysteme: Monatliche Grundkosten

Cloud-Kassensysteme, die digitale Bons unterstützen, laufen auf Abonnementbasis:

Anbieter (Beispiel)MonatlichJährlich
Einfache Lösung (z. B. SumUp POS)ab 19 €ab 228 €
Gastronomie-System (z. B. orderbird)ab 39 €ab 468 €
Vollständige Retail-Lösung (z. B. Lightspeed)ab 69 €ab 828 €

Das sind Kosten, die beim klassischen Bondrucker-Modell nicht anfallen — dort reicht eine einmalige Kassensoftware ohne Monatsgebühr zusammen mit einem eigenständigen Drucker.

Gesetzliche Updates und Compliance

Ein oft unterschätzter Vorteil von SaaS-Systemen: gesetzliche Änderungen kommen als Update. KassenSichV-Anpassungen, neue TSE-Anforderungen, Änderungen an DSFinV-K oder GoBD — der Anbieter spielt das aus, ohne dass der Händler aktiv werden muss.

Bei Einmalkauf-Software oder Legacy-Systemen ist das Risiko umgekehrt: Kommt ein Pflicht-Update (wie die TSE-Einführung 2020), muss der Händler selbst zahlen oder migrieren.

Wie lange sind digitale Bons abrufbar?

Hier lauert ein praktisches und rechtliches Problem: Buchungsbelege müssen 10 Jahre aufbewahrt werden (§ 147 AO). Bei digitalen Bons liegt diese Pflicht technisch beim Kassensystem-Anbieter.

Konkrete Risiken:

  • Anbieterwechsel: Wechselt man das Kassensystem, sind historische digitale Bons möglicherweise nicht exportierbar oder im neuen System nicht zugänglich
  • Anbieter stellt Betrieb ein: Schließt der SaaS-Anbieter, sind Bonarchive weg — außer man hat rechtzeitig exportiert
  • Kundenperspektive: Ein Bon-Link, der nach 30 Tagen abläuft, erfüllt die gesetzliche Aufbewahrungspflicht nicht. Auf Laufzeiten im Anbieter-Vertrag achten

Ein eigenständiger Bondrucker hat dieses Problem nicht: Der Papierbon liegt beim Kunden (Archivpflicht beim Kunden), die digitale Kopie im Kassensystem bleibt davon unberührt.

Zusätzliche Hardware für digitale Bons

  • Kunden-Display oder QR-Screen: Damit Kunden den Bon per QR scannen können, braucht es ein Display, das den Code zeigt — entweder auf dem Kassenterminal selbst oder als separates Kundendisplay (~50–150 €)
  • Breitere Akzeptanzproblem: Nicht alle Kunden haben ein Smartphone oder wollen eine E-Mail-Adresse nennen. In Betrieben mit gemischtem Kundenstamm (ältere Kunden, Touristen) führt das zu Reibung an der Kasse

Gesamtvergleich: Drei Wege zur Belegpflicht

Eigenständiger BondruckerTerminal mit integriertem DruckerDigitaler Bon
Anschaffung150–450 €Im Terminalpreis enthalten0–800 € (Upgrade)
Laufend/Jahr35–360 € (Papier)35–100 € (58-mm-Rollen)228–828 € (Kassensoftware)
Druckgeschwindigkeit250–500 mm/s50–80 mm/sentfällt
MobilitätNein (stationär)JaJa
Mehrere KassenJa (Netzwerk)NeinJa
Kassensystem nötigMeist vorhandenNicht zwingendPflicht
Datensicherheit ArchivDrucker unabhängigDrucker unabhängigAnbieterabhängig
KundenakzeptanzUniversellUniversellTechnikaffine Kunden
Compliance-UpdatesManuellManuellAutomatisch (SaaS)

Fazit

Für die meisten stationären Betriebe mit bestehendem Kassensystem ist ein eigenständiger Bondrucker die kostengünstigste und zuverlässigste Lösung. Papierkosten sind planbar, die Hardware läuft jahrelang ohne Abonnement, und die Druckgeschwindigkeit ist unschlagbar.

Terminals mit integriertem Drucker machen Sinn für mobile Händler, die kein vollständiges Kassensystem brauchen — Märkte, Foodtrucks, Pop-up-Stände. Der Kompromiss bei Geschwindigkeit und Papierformat ist für diese Nutzungsszenarien akzeptabel.

Digitale Bons sind eine echte Option für Betriebe, die ohnehin ein modernes SaaS-Kassensystem nutzen und einen technisch affinen Kundenstamm haben. Die laufenden Softwarekosten sind dabei keine Zusatzkosten — sie fallen sowieso an. Wer aber nur wegen des Bons ein Abo-System anschaffen würde, rechnet sich das besser durch: Ein Bondrucker amortisiert sich in wenigen Monaten.


Was kostet ein Bondrucker im ersten Betriebsjahr?

KategorieEinmaligLaufend/Jahr
Gerät Mittelklasse (Epson TM-T20III)180–220 €
Thermorollen (mittelgroßer Betrieb)110–155 €
Druckkopfreinigung~5 € (Reinigungsrollen)
Gesamt erstes Jahr295–380 €

Ab dem zweiten Jahr: nur noch Papierkosten. Ein gut gewarteter Bondrucker hält 5–10 Jahre.


Welcher Bondrucker passt zu welchem Betrieb?

BetriebstypEmpfehlungBegründung
Marktstand, Foodtruck (mobil)SumUp Solo mit Drucker oder Zettle TerminalAlles in einem, keine separate Verkabelung
Kleines Café, KioskEpson TM-T20III oder TM-30IIIKompakt, universell kompatibel
Einzelhandel, ImbissEpson TM-T20III (Ethernet)Netzwerkfähig, guter Preis
Gastronomie mit hohem DurchsatzEpson TM-T88VIIHöchste Geschwindigkeit, Dauerbetrieb
iPad/Tablet-KasseEpson TM-30III (WLAN)WLAN ab Werk, kompakt
Mehrere Kassen, ein DruckerEpson TM-T20III oder T88VII (Ethernet)Netzwerkdruck, mehrere Endgeräte

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