Honig beim Imker bargeldlos bezahlen: Welche Lösung für den Direktverkauf passt · Zahlungskompass
Zahlungskompass Echte Kosten berechnen
Ratgeber

Honig beim Imker bargeldlos bezahlen: Welche Lösung für den Direktverkauf passt

Immer mehr Kunden kommen ohne Bargeld zum Imker — ob am Marktstand, Hofladen, Automaten oder per Onlineshop. Welche Kartenzahlungslösung für Imker mit wenig Aufwand und ohne Monatspauschale wirklich funktioniert.

Von Ulf Mayer 20. Juni 2026 4 Min. Lesezeit
Direktverkauf am Stand — auch Imker werden zunehmend nach Kartenzahlung gefragt

Wer Honig direkt ab Imkerei verkauft, kennt die Situation: Der Kunde möchte zwei Gläser kaufen, hat aber kein Bargeld dabei — und geht mit leeren Händen. Bargeldlose Zahlung ist für Imker kein Luxus mehr, sondern ein handfester Umsatzfaktor.

Die gute Nachricht: Die Anforderungen von Imkern sind gut lösbar, und günstige Geräte ohne Monatspauschale gibt es ab 29 €.

Wo Imker Honig verkaufen — und was das für die Zahlung bedeutet

Imker verkaufen auf sehr unterschiedlichen Wegen:

  • Marktstand (Wochenmarkt, Bauernmarkt): kein WLAN, kein Strom, Außengelände
  • Hofladen / Verkaufsraum an der Imkerei: fester Standort, WLAN möglich
  • Honig-Automat (unbeaufsichtigt, 24/7): kein Verkäufer vor Ort
  • Online-Bestellungen mit Versand oder Abholung
  • Nebenverkauf auf Veranstaltungen, Messen, Vereinsfesten

Jeder Kanal hat eigene Anforderungen. Eine Lösung passt selten für alle.

Marktstand: LTE-Terminal ohne Vertrag

Für den Wochenmarkt braucht es ein Gerät, das ohne WLAN auskommt und einen vollen Markttag hält. Die beste Wahl sind eigenständige Terminals mit eigener SIM-Karte — kein Smartphone, kein Tethering, kein Setup.

GerätAkkuLTEGerätepreisTransaktionsgebühr
myPOS Flexi~8 hja29 €1,29 % alle Karten
SumUp Solo Lite~8 hja79 €1,39 % alle Karten
PayPal Reader (Zettle)~8 hvia Smartphone29 €1,39 % alle Karten

myPOS Flexi ist für saisonale Imker die günstigste Option: 29 € Gerätepreis, keine Monatspauschale, kein Abo, 1,29 % auf alle Karten. Einnahmen landen direkt auf dem mitgelieferten myPOS-Geschäftskonto. Wer das Geld lieber auf dem eigenen Bankkonto hätte, wählt SumUp oder Zettle — die zahlen innerhalb von 1–2 Werktagen kostenlos aus.

Bei einem typischen Honig-Glas für 8–12 € kostet eine Transaktion:

AnbieterGebühr bei 10 €
myPOS One (1,29 %)13 Ct
SumUp (1,39 %)14 Ct
Zettle (1,39 %)14 Ct

Der Kostenrechner rechnet das für das eigene Umsatzprofil durch.

Hofladen: Terminal oder Tap to Pay

Hat die Imkerei einen festen Verkaufsraum, gibt es mehr Spielraum:

  • Bluetooth-Leser am Smartphone (SumUp Solo Lite, PayPal Reader/Zettle) reicht aus, wenn WLAN oder Mobilfunk vorhanden ist — günstigste Hardware.
  • Tap to Pay auf iPhone: Mit der SumUp- oder Zettle-App akzeptiert das iPhone direkt kontaktlose Karten — kein Zusatzgerät nötig. Ideal für Imker, die ohnehin immer das Smartphone dabei haben.
  • Stationäres Terminal lohnt sich erst ab regelmäßig hohem Durchsatz.

Honig-Automat: Bargeldloser Selbstbedienungsverkauf

Viele Imker betreiben einen Automaten oder eine offene Verkaufsbox — rund um die Uhr, ohne Verkäufer. Klassischerweise mit Münzkasse oder Vertrauenskasse. Wer das auf bargeldlos umstellen will, hat zwei Optionen:

QR-Code-Schild

Das günstigste Setup: Ein laminiertes Schild mit einem QR-Code, der auf einen Zahlungslink (PayPal, Sumup Zahlungslink, Stripe Checkout) führt. Der Käufer scannt, zahlt per Smartphone, hinterlegt die Nachricht “2× Rapshonig 500g”. Kein Gerät, keine laufenden Kosten außer der Transaktionsgebühr.

Nachteile: Keine automatische Bestandsprüfung, kein Receipt, Vertrauen beim Käufer vorausgesetzt. Für Direktvermarkter mit Stammkundschaft aber gut geeignet.

Spezialisierte Automaten-Terminals

Es gibt Hardware-Automaten-Lösungen mit integriertem Kartenleser (z. B. von Nayax oder CCV), die unbeaufsichtigt und witterungsgeschützt operieren. Aufwand und Kosten sind aber deutlich höher — nur bei größerem Automat-Umsatz sinnvoll.

Online-Bestellungen und Abo-Kisten

Wer Honig online verkauft oder ein Abonnement anbietet, braucht kein POS-Terminal. Sinnvoll sind:

  • Shopify, WooCommerce oder ein einfacher Stripe-Checkout für Einmalbestellungen
  • SEPA-Lastschrift für Abo-Kunden (z. B. über Stripe Billing oder Lexoffice)
  • Paypal als niedrigschwellige Option für Kunden ohne Kreditkarte

Brauche ich als Imker eine TSE?

Nur, wenn du eine elektronische Registrierkasse betreibst — eine Kassensoftware mit Artikelerfassung, Bonausgabe und Tagesabschluss. Ein reines Kartenlesegerät am Marktstand ist kein Kassensystem im Sinne der KassenSichV: keine TSE-Pflicht.

Betreibst du dagegen einen Hofladen mit Kassensoftware (App mit Artikeln, Bonausdruck), greift die TSE-Pflicht. Mehr dazu: TSE-Pflicht: Wann gilt sie?

Hinweis: Wer saisonal und ambulant kassiert, kann beim Finanzamt eine Befreiung von der Belegausgabepflicht beantragen (§ 146a Abs. 2 AO). Für Imker mit wenigen Jahresverkaufstagen wird das häufig genehmigt.

Fazit

Für die meisten Imker reicht ein einfaches mobiles Terminal ohne Monatspauschale vollständig aus. myPOS Flexi (29 €, kein Abo, 1,29 %) ist die günstigste Einstiegslösung für Marktstand und Hofladen. Wer flexibler sein will und ohnehin ein iPhone nutzt, zahlt mit Tap to Pay gar keine Hardware-Kosten.

Der Honig-Automat bleibt der aufwändigste Kanal — hier ist ein QR-Code-Zahlungslink oft der pragmatischste erste Schritt.

Alle Kartenlesegeräte im VergleichKartenzahlung am Marktstand und HofladenQR-Code-Zahlung erklärtKostenrechner: Was kostet dein Umsatzprofil?

Unser Versprechen