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Kartenzahlung stornieren: So geht es am Terminal und danach

Falsch gebucht, Kunde hat sich umentschieden, falscher Betrag — eine Kartenzahlung lässt sich stornieren oder rückerstatten. Was der Unterschied zwischen Storno und Refund ist, wie es bei SumUp, Zettle und Co. funktioniert und was bei fehlgeschlagenen Versuchen zu tun ist.

Von Ulf Mayer 07. Juni 2026 3 Min. Lesezeit
Kartenterminal mit Chip-Leser — Stornierungen und Rückbuchungen laufen über das gleiche Gerät

Ein Kunde zahlt mit Karte — und merkt direkt danach, dass er den falschen Artikel gekauft hat. Oder du hast dich beim Betrag vertippt. Oder ein Mitarbeiter hat versehentlich zweimal abgebucht. In allen diesen Fällen braucht es eine Korrektur. Wie die aussieht, hängt davon ab, wann du reagierst.

Storno vs. Refund: Der entscheidende Unterschied

Nicht jede Korrektur einer Kartenzahlung ist gleich — technisch gibt es zwei verschiedene Vorgänge:

Storno (Void)Rückerstattung (Refund)
Wann möglichNoch am selben Tag, vor dem TagesabschlussJederzeit danach
Was passiertTransaktion wird vollständig gelöschtNeue Gegentransaktion wird erzeugt
Geld beim KundenErscheint gar nicht erst auf dem KontoWird nach 1–5 Werktagen gutgeschrieben
GebührenKeine TransaktionsgebührTeilweise Bearbeitungsgebühr
TechnischAutorisierung wird aufgehobenSeparater Refund-Datensatz

Faustregel: Wer noch am selben Tag vor dem Tagesabschluss reagiert, kann stornieren (Void). Danach ist nur noch eine Rückerstattung (Refund) möglich.

Am Terminal stornieren — noch am selben Tag

Wenn die Transaktion noch nicht abgerechnet wurde (d. h. kein Tagesabschluss gelaufen ist), kannst du den Vorgang direkt am Terminal aufheben:

Bei den meisten modernen Terminals:

  1. Menü öffnen → „Storno” oder „Transaktion aufheben”
  2. Letzte Transaktion auswählen oder Belegnummer eingeben
  3. Betrag bestätigen
  4. Karte des Kunden erneut aufstecken oder vorhalten (bei einigen Systemen nötig)
  5. Stornobeleg ausdrucken

Bei Pauschal-Anbietern wie SumUp oder Zettle läuft das über die App, nicht direkt am Terminal.

Rückerstattungen nach dem Tagesabschluss — Anbieter im Überblick

Ist der Tagesabschluss gelaufen, führst du eine Rückerstattung durch. Das geht bei allen großen Anbietern über die jeweilige App oder das Dashboard:

SumUp

App → Transaktionsverlauf → Transaktion auswählen → „Rückerstattung” → Betrag eingeben (vollständig oder teilweise möglich). Die Rückerstattung wird sofort initiiert; der Betrag erscheint beim Kunden nach 3–10 Werktagen.

Zettle (PayPal)

App oder Dashboard → Zahlungshistorie → Zahlung auswählen → „Rückzahlung vornehmen”. Zettle ermöglicht Teilrückerstattungen.

myPOS

Dashboard → Transaktionen → Refund. Besonderheit: myPOS bucht Rückerstattungen vom myPOS-Geschäftskonto direkt — kein Warten auf den Bankeingang.

PAYONE / Nexi

Über das Händlerportal oder direkt am Terminal je nach Gerätekonfiguration. Bei Interchange++-Tarifen kann eine Refund-Gebühr anfallen.

Flatpay

Über die Flatpay-App oder per Kontakt zum Support bei komplexeren Fällen.

Teilrückerstattungen

Fast alle modernen Anbieter unterstützen Teilrückerstattungen — wenn z. B. ein Kunde von fünf bestellten Artikeln zwei zurückgibt. Der Betrag kann frei eingegeben werden, muss aber kleiner oder gleich dem ursprünglichen Transaktionsbetrag sein.

Wichtig: Eine Rückerstattung kann nie höher sein als der ursprüngliche Betrag. Wer aus Versehen zu wenig erstattet hat, muss eine zweite Rückerstattung initiieren.

Was tun wenn die Stornierung fehlschlägt?

Terminal zeigt „Nicht möglich” oder „Transaktion nicht gefunden”:

  • Tagesabschluss wurde bereits durchgeführt → Refund-Prozess im Dashboard nutzen
  • Transaktion ist älter als der Speicherzeitraum des Terminals → Über App oder Dashboard nachschlagen

Geld erscheint trotz Storno beim Kunden:

  • Bei einem Void-Storno vor Settlement kann es sein, dass ein Pre-Authorization-Betrag bereits auf dem Konto reserviert ist. Er fällt in der Regel innerhalb von 3–7 Tagen weg, auch ohne sichtbaren Refund.

Kunde besteht auf sofortige Rückbuchung:

  • Erkläre, dass die Gutschrift 1–5 Werktage dauert — das ist ein technischer Standardprozess, keine Entscheidung des Händlers
  • Beleg der Rückerstattung als Nachweis aushändigen

Storno vs. Chargeback: Nicht verwechseln

Eine Stornierung ist eine freiwillige Aktion des Händlers. Ein Chargeback ist eine erzwungene Rückbuchung, die der Kunde über seine Bank initiiert. Wer schnell auf Stornierungswünsche reagiert, vermeidet in vielen Fällen ein späteres Chargeback-Verfahren — das ist aufwändiger und kostet teilweise Bearbeitungsgebühren.

Aufbewahrungspflichten bei Stornos

Auch Stornobons und Rückerstattungsbelege müssen aufbewahrt werden. Nach den GoBD-Anforderungen gilt für Kassendaten eine Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren. Bei digitalen Abrechnungen (SumUp, Zettle) ist das Dashboard die Dokumentationsquelle — dort sind Rückerstattungen dauerhaft gespeichert.


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